Tarteort Küche – vom missglückten Versuch, die Äpfel auf’s Kreuz zu legen

Inspiriert durch „Julie & Julia“, Nora Ephrons Filmkomödie nach dem Roman von Julie Powell, überfiel mich heute mit einem Mal die Lust auf Tarte Tatin, diesen französischen Klassiker, der kopfüber gebacken und mit Créme fraiche serviert wird.
(Nebenbei erwähnt: Der Film ist grauenhaft synchronisiert. Meryl Streep, die ich richtig gerne mag als Schauspielerin, nervt mit ihrer deutschen Synchron-Stimme in allen Höhenlagen über eineinhalb Stunden hinweg dermaßen, dass das geradezu auffordert, ihr das Nudelholz über den Scheitel zimmern zu wollen. Zudem verkörpert sie die hausbackene, absolut biedere und – wie sich im Laufe der Geschichte herausstellt – zudem humorlose Julia Child äußerlich derart perfekt, dass man eher versucht ist, ihr den Friseur zu bezahlen, denn Julies Begeisterung für sie nachvollziehen zu können. Dies nur am Rande…)

Jedenfalls – um es vorweg zu nehmen – Versuch Nummer 1 in Sachen Tarte Tatin ist derart missglückt, dass ich euch den Weg dorthin nicht vorenthalten möchte.
Was Rezepte aus dem www angeht, bin ich ja grundsätzlich eher misstrauisch. Schließlich können sich BocuseII, KochprofiMax oder in meinem Fall Malteskitchen ja alles erlauben, zur Rechenschaft ziehen kann sie niemand. (Leider habe ich zu spät erst gesehen, dass über Maltes Blog steht: Jetzt lerne ich kochen)

Wie auch immer, dass dort anstelle eines selbstgemachten Mürbeteigs Blätterteig aus dem Kühler empfohlen wird, habe ich als innovativen Schritt in Richtung „schnell, einfach, lecker und gut“ interpretiert. Dass mein Karamell zuerst in dicken Klumpen am Topfrand festhielt, als ginge es um sein Leben, verdanke ich ohne Frage meiner (berechtigten) Furcht vor der physikalischen Reaktion von flüssigem Fett auf kalte Flüssigkeit.

Da muss ich etwas falsch gelesen haben?

Die Treppenstufen rauf vor den Mac – nein – Malte schreibt: erst Zucker und Butter in den Topf, dann – wenn bräunlich verschmolzen – Sahne hinzu und rühren.

Gut – ich wieder runter an den Herd: Der Holzlöffel und die Karamellberge waren inzwischen eine unzertrennliche Einheit eingegangen, aber mit Geduld und festem Willen gelang es schließlich, die harte Masse zu verflüssigen. (Fast). Dass ich keine klassische Tarte-Form mein Eigen nenne, auch dafür kann Malte nichts. Aber die Auflaufform – so denke ich – sollte es auch tun.

Also – wie empfohlen – Backpapier auslegen, die Karamell(kristall)-Masse darauf verteilen, dann die Apfelspalten auflegen, Zimt und Butter darüber. (Freestyle: Einige Rosinen hinzu.) Und zuletzt den Blätterteig obenauf, mit Eigelb bestreichen, einstechen und rein in den Ofen.

Tarte roh

So weit, so gut …

Äpfel

Äpfel, bestreut mit „Zimtzickenzucker“ a la Marc

25 Minuten später:
So richtig appetitlich sieht das Ganze nicht aus, aber es duftet fein und schließlich muss ich mein Kopfüber-Werk ja auch noch stürzen.

gebacken

Zusammengefallen – wie meine Frisur bei Luftfeuchtigkeit

Fazit:
In Zuckerwasser badender Blätterteig mit weichen Zimtäpfeln sieht schlimmer aus, als er schmeckt.
Malte muss weiter üben. Ich auch. Und beim nächsten Versuch werde ich bei „Enie backt“ stibitzen, allein schon, weil mir ihre Frisur besser gefällt, als die von Biederfrau Julia Child.

Matsch

„What makes a great Chef? Well – training and technique…“ (trallalaaala)

Als I-Tüpferl auf meinem Ausflug in die französische Küche für euch: Dieses Remix mit Julia Child.

3 Kommentare zu “Tarteort Küche – vom missglückten Versuch, die Äpfel auf’s Kreuz zu legen

  1. Tarte tatin sieht immer etwas schräg aus, Hauptsache, sie schmeckt. Gute Idee bei dem Wetter…und auch ich misstraue Internet-Rezepten…ausser sie kommen aus verlässlichen Quellen. 🙂

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