Gut im Abgang…

„Wie ein Brett…“, sagt S., sei ich heute beim ersten Hahnenschrei die Treppenstufen von Berg zu Tal gerauscht. Berg und Tal haben S. zu einem weiteren „Bild“ inspiriert.
Er fing an, von den Holzfällern in Kanada zu erzählen, die die großen Stämme den Flüssen übergeben, um sie zu den Sägewerken zu transportieren.

Alles begann mit diesen Enteneiern. Die nicht befruchtet waren. Ente Lucie legte dann nach. Und brütete. Und am vergangenen Montag waren zwei winzige Küken geschlüpft. Und ich vor Freude über den Zaun gehüpft. Es ist nicht so, dass ich einfach nicht mehr so sportlich bin, wie noch vor ein paar Jahren. Vielmehr waren die Gummistiefel zu lang! Eben so lang, dass die Stiefelspitzen am Zaundraht hängen blieben. Ich hab den Steinboden geküsst. Ja, so fing das an in dieser Woche. (Merke: Nicht mehr über Zäune hüpfen, auch nicht vor Freude über Entenküken!)

Küken

Unscharf – aber immerhin …

S. ist über den Familienzuwachs wenig amüsiert. Ich erinnere an den Rubikon (nachzulesen hier), an die Diskussion über die Zerstörungskraft von Laufenten. Und nicht zuletzt daran, dass S. orakelte, die Viecher würden alles zu….schei…en. So weit so gut. Gestern Abend also klebte Ockerfarbenes am Schuh, nach dem Füttern von Mutter Lucie und den Küken Lucia und Pelle.

„Entendreck!“ S. mag es, wenn er Recht behält.

Die Schuhe also standen heute früh vor der Terrassentüre. Weshalb ich in Strümpfen … die erste Stufe … Es endete im Freiflug mit Prellungen.

Nun ist es nicht so, dass ich niemals stürze. Ab und an kommt das schon vor. Meist dann, wenn die Gedanken längst vorauseilen und der Rest halbwegs unbeholfen versucht, zu folgen. Aber: Man kann schon sagen, seit das Thema „Ente hin – Ente her“ im Wolfsnest akut ist, hat sich die Fallfrequenz deutlich erhöht. Ich bin – um es wörtlich zu nehmen – recht gut im (flotten) Abgang geworden.

Das Federvieh übrigens zeigt sich nicht eben dankbar, bei Fütterung, Stallpflege und Auffüllen der Wasserstelle. Frau Lucie gebiert sich angriffslustig, faucht wie ein Reptil, attackiert Hände und Füße und latscht dabei ihren Nachwuchs platt, dass man sich grad wundern muss. Auch gut, denke ich, sollten nämlich die beiden Kater auf die Idee kommen, einen kleinen Imbiss nehmen zu wollen: An diesem Cerberus kommt niemand vorbei.

Jimmy turnt

Fazit:

Wenn beide Eltern Enten sind,
ein ganz normaler Fall,
dann kriegen sie ein Entenkind
und keine Nachtigall.

Frantz Wittkamp

Darüber hinaus fanden heute 13 Liter Holunderblütensirup, klassisch eingekocht in Weck-Flaschen, Einzug in die Speisekammer. Es stürmt, schauert, dazwischen scheint die Sonne – und das nun seit Tagen. Erstaunlich, dass die Blüten dennoch ein feines Aroma haben. Jedes Jahr auf’s Neue freue ich mich darauf, einen Teil von ihnen für den Sirup zu ernten. Die Hälfte darf an Bäumen und Büschen bleiben. Für Saft dann im Herbst. Und für die Vögel, sie sollen auch etwas davon ab.

Zitronenbrett

Flaschenkochen

Flaschenfertig

Die Rosenblüte 2013 ist prächtig, schnell vergänglich und kaum im Bild festzuhalten, weil der ewige Wind sie zerzaust und vor der Linse tanzen lässt. Im Grunde sind Rosen für meinen Geschmack auch schon fast zu perfekt, um auf Bildern ihren Zauber entfalten zu können. Ich habe trotzdem – alleine schon der Farbenpracht wegen – geknipst … und geknipst … und geknipst.

RoseRoseee

Rosegelbinnen

Roselachs

RoseRoseee

Roserot

Rosewand

An die Küken ist (noch) kein Herankommen. Das ändert sich spätestens dann, wenn Ente Lucie wieder auf ihren Hof zurückkehren wird und die beiden Zwerge bei mir bleiben werden. Bis dahin lasse ich den Tieren ihren Frieden und störe nur, um zu füttern.

P.s.: S. hat Recht. Und ich die Küken. (oder so.)

Ein weiterer abendlicher Spaziergang, zu dem ich herzlich einlade:

Bocklämmer

Thora

Ringelblume

Fingerhut

Garten1

Clematis

10 Kommentare zu “Gut im Abgang…

  1. Wieder einmal traumhafte Bilder! Dass du neben dem Versorgen der Tiere, dem Einkochen, dem Texten und… und… und… auch dazu noch kommst. Respekt!

    • Ach liebe Anne, vermutlich ist genau das der springende Punkt: Eins nach dem anderen wäre besser, als alles zur gleichen Zeit 🙂
      Aber: Der Sommer ist sooooo schnell vorüber, da muss ich mich ranhalten (lacht).

  2. Wieder einmal herzhaft gelacht! Was gibt es Gutes bei Entenmutti zu futtern? Hafergrütze an Salat?
    Auf jeden Fall schöne Eindrücke vom Leben auf dem Land: Einkochen, Rosen, Fingerhut, Enten, der kleine Braune auf der Weide und natürlich der Weidenzaun – der ist einfach Spitze!

  3. Ich liebe deine harmonischen Landglück-Happen für Augen und Seele und hoffe, du bist wieder (einigermassen) wohlauf, liebe Heike. Pass künftig besser auf dich auf, ich möchte ungern auf deine Texte verzichten ;). Ist Lucie eine Aylesbury? Sieht ganz aus wie unsere Enten aus unserem früheren, irischen Leben. Und schätzt sie die garnierte Platte à la Bocuse (naja, vielleicht nicht gerade, aber Wienerwald oder so…)? Freu‘ mich riesig mit dir 🙂

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