Die Entdeckung der Langsamkeit…

Tete a Tete001

Beim ersten Tête-à-tête…

Küken Pelle hat mir in den vergangenen drei Wochen eine gänzlich neue Perspektive auf meinen Garten eröffnet. Ich habe nämlich zuvor niemals (abgesehen von Grillabenden bzw. den Mahlzeiten auf der Terrasse) einfach nur da gesessen. Und zugesehen. Oder mich umgesehen. Oder einfach nur betrachtet.

Immer war oder ist etwas zu tun. Hier hängen welke Blüten. Dort braucht der Teich Wasser. Die Blätter müssen weg. Das „Unkraut“ sollte mal wieder … Zwischen den Steinplatten – der Rasen. Die Büsche wuchern … Die Wiese muss gemäht werden… Der Pferdemist muss weg. Die Zäune … kontrollieren …Undsoweiterundsofort.

Und da saß ich nun, im „Laufstall“, die Kamera immer griffbereit, zu meinen Füßen das Küken. Und ich habe nichts getan. Ich habe das kleine Leben beobachtet, wie es die Welt entdeckt. Dem Rehkitz zugesehen, wie es meinen Garten durchstreift. Die Blumen, Gräben, Bäume, die Sonne und die Katzen beobachtet. Und ich war fasziniert. Vom Stillstand.

Der seine Krönung heute fand, als Paula auf dem Hof ankam. Völlig verschüchtert in einer Box. Reichlich zerzaust. Und mit ihrem eigenen Mist paniert.

Innerhalb der ersten Stunde nach „Bekanntmachung“ von Pelle mit Paula rannte letztere bei jedem Wimpernschlag panisch gegen die Drahtmaschen. Von ihrer Panik infiziert suchte der kleine Pelle unentwegt Zuflucht auf meinen Füßen, oder unter meinem Stuhl.
Miteinander konnten die beiden Artgenossen nichts anfangen. Ja, es machte den Anschein, als würden sie einander erst gar nicht als solche wahrnehmen. Mittenmang ich – bewegungslos wie ein Ölgötze. (Ich kann mich nicht erinnern, jemals in meinem Leben für eine Stunde still und ohne etwas zu tun auf einem Stuhl gesessen zu haben.) Irgendwann dann begann Paula damit, Pelle zu beobachten. Dass er auf meinen Schuhen saß, vor meiner Hand und mir keine Bange zu haben schien, das muss die beeindruckt haben. Also wurde sie mutig. Zentimeter um Zentimeter schob sie sich an uns heran. Bis sie so nahe war, dass Pelle die Flucht ergriff. Woraufhin beide Küken wie vom Teufel gejagt durch das Gehege flitzten, alles überrannten, sich überschlugen und im „Pool“ landeten. Und dann, als hätte jemand einen Schalter umgelegt, nahmen sie einander plötzlich wahr. Fingen an, miteinander zu schnäbeln. Zu piepsen. Zu baden …

Der „Bann“ war gebrochen. Zeit also, den neuen Stall in Augenschein zu nehmen. Dass sich die Küken im warmen Sand, beim gemeinsamen Bad – ja überhaupt in Gesellschaft eines Artgenossen ungemein wohl gefühlt haben, das war mehr als deutlich zu sehen. Und zu hören ebenfalls.

Der Stall erhält in den nächsten Tagen sein Blechdach. Von da an haben weder Marder, noch Raubvögel oder die Katzen eine Chance auf leichte Beute. Bis das so weit ist, werden die zwei die Nächte noch in Pelles blauem Fass im Durchgangszimmer auf Etage 1 verbringen. Sicher ist sicher!

Und den Rest der Geschichte des ersten gemeinsamen Tages von Paula & Pelle erzählen die Bilder ganz ohne mein Zutun.

PelleLeiter

Paula

Paula

Paulaschaut

Schnäbeln

Putzduett

Hintereinander001

Hintereinander002

Hintereinander003

Putzduettß02

Fass

Das olle Fass hat ausgedient und dient vorerst allein zur Nacht.

Stall

Und hier fehlt noch das Blechdach, dann ist das neue Domizil ein- und ausbruchsicher…

Blütenduett

In Gesellschaft ist eben auch das Entenleben schöner.

Tete a Tete001

3 Kommentare zu “Die Entdeckung der Langsamkeit…

  1. Danke für die schöne Geschichte, liebe Heike. Ich finde es schön, dass Pelle eine Freundin gefunden und du die Langsamkeit entdeckt hast. 🙂 Habt eine gute Woche!

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