Schnäbeleien – Paula und Pelle

Die mittlerweile doch recht langen Hälse der beiden Laufenten-Teenies machen es fast unmöglich, das ganze Tier vor’s Objektiv zu bekommen.
Ich sitze im Sand, die beiden planschen, rennen zur Futterstelle, rasen in ihr Häuschen, tapsen zwischen meinen Füßen hin und her und lassen mich ihr ganzes schier unerschöpfliches Repertoire an schnellen und flinken Bewegungsabläufen sehen.

Ergebnis: Mal fehlt der Hals. Dann wiederum die Beine. Und manchmal knipse ich auch ins Off, weil die beiden längst schon an anderer Stelle zugange sind.

Pelle ist am 23. Juni 2013 aus seinem Ei geschlüpft. Binnen kaum vier Wochen also ist aus einer Handvoll Küken ein knapp 30 Zentimeter hohes Tier geworden, das (fast) schon alle Merkmale einer erwachsenen Laufente zeigt.
Er frisst Schnecken. Das ist – mit Verlaub – eine mächtig eklige Angelegenheit. Die nackten Biester schleimen Schnabel und Hals zu und ohne Wasser in der Nähe würde dem Ententier der glitschige Bissen vermutlich im langen Hals stecken bleiben. Er schnappt erfolgreich und blitzschnell nach Fliegen. Hat es unentwegt mit der Gefiederpflege zu tun. Oder präsentiert sich im aufrechten Gang, wie bei einer Parade.

Warum ich nur von Pelle rede?
Weil Paula ihn in allen Bewegungen nachahmt. Es ist, als habe der kleine Pelle einen gefiederten Schatten.
Sie klebt förmlich an ihm. Schaut sich alles ab. Und sieht zu, auch nicht eine Sekunde lang den Anschluss an ihn zu verlieren.

Gibt es Entenflott und Algen aus dem Teich ins Schwimmbassin, ist die Begeisterung riesig. Abgesehen vom aufgeregten Schnäbeln und Schlürfen künden hocherfreut klingende, glucksige Tschilp-Laute davon: Das schmeckt!
Nudeln, Ei, Gemüse – heute Melone und Banane dazu – Hackfleisch und Korn – wenn sie so weiter fressen, platzen sie bald aus ihrer Hütte.

Schade – bei dem Tempo dürften die beiden Küken bald erwachsen sein. Oder zumindest so aussehen. Andererseits freue ich mich schon jetzt darauf, endlich die Stalltüre offenstehen lassen zu können, um die beiden ganz in die Freiheit zu entlassen.

Durchs Revier streift neuerdings ein Rotfuchs. Ich hatte ihn zum ersten Mal im Winter bei der Morgenfütterung der Ponies gesehen. Es ist der erste Fuchs, der mir hier im Marschland binnen acht Jahren über den Weg gelaufen ist. Seine Hinterlassenschaft war zu Anfang der Woche vor dem Stall der Enten zu finden.

Das Tier soll in einer Lebendfalle gefangen werden. Was dann mit ihm geschehen wird, weiß ich nicht. Ich bin da sehr gemischter Gefühle. Das ist nämlich genau der Punkt, an dem sich die Geister in Sachen Tierliebe scheiden. Für mich persönlich endet sie nicht beim eigenen Haustier. Wobei ich selbstverständlich untröstlich wäre, würde der kleine Reinecke Pelle oder Paula beim Schlafittchen packen.

Einfluss darauf, was mit dem Füchslein geschehen wird, habe ich ohnehin nicht. Das Revier gehört einem der Nachbarn.
Aber ich drücke Reinecke die Daumen, dass er schlau genug ist, fortan die Höfe zu meiden.

Fortsetzung folgt…

BeideBad

Wasserspiel

Pellesteht

Pelle lächelt

PaulaNah

Pelleschnäbelt

Pellenochnäher

Pelle planscht

Paula

7 Kommentare zu “Schnäbeleien – Paula und Pelle

    • Danke Claudia 🙂 Ich hatte neulich gelesen, wie sehr sich die Schäfer in Brandenburg und anderswo gegen die Rückkehr des Wolfes wehren. Dabei hab ich mich gefragt, was ich denken würde, wenn mir ein solcher Bursche ein Lamm vom Hof klaut. Das ist ein schwieriges Thema, aber ich freue mich generell über jedes wilde Tier, das in dieser wilden Welt bestehen kann. Nicht unter die Räder kommt oder geschossen wird.

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