Von der Erbsenzählerei, einem Salto Mortale, dem Glück, der Sonne und der Zeit, die durch die Finger rinnt…

Heute ging mir ein Licht auf. Mit einem Mal lag das Prinzip der Landwirtschaft in meinen Händen. Aus einer einzigen kleinen, trockenen und schrumpeligen Erbse wird mit etwas Glück, Erde, Wasser und Licht binnen ein paar Wochen ein Strauch. Knapp 10 Schoten pro Erbsenpflanze mit jeweils 5 kleinen Erbsen darin macht eine (Aus-)Beute von 50 Früchtchen. Wenn es doch mit dem Geld auch so einfach wäre, wie mit den Erbsen. Oder mit all den anderen Dingen, von denen man über wenig verfügt und gerne mehr hätte.

ErbsenimGlas

Erbsenamstrauch

Erbsenernte

Erbsengepalt

Die kleinen Erbsen hatte ich im Mai über Nacht in Wasser eingeweicht und in zwei Reihen in die Erde gesetzt. Bei Dauerregen und Kälte dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis das erste Grün zu sehen war. Bei der Ernte heute waren viele Schoten richtig prall und ebenso viele dünn und ohne nennenswerten Ertrag. Im nächsten Jahr werde ich drinnen vorziehen. Und mehr Erbsen setzen. Sie sind zuckersüß und schmecken nach Kindheit. Als wir sie direkt vom Strauch in die Münder geschoben haben.

Um die Beeren steht es in 2013 auch nicht viel besser. Die Sträucher habe ich im vergangenen Jahr umgesetzt, weg von ihrem angestammten Platz. Das nehmen sie mir offensichtlich übel. Ein paar handvoll schwarze Johannis- und Stachelbeeren, mehr war leider nicht drin. Oder besser: dran. Zusammen mit Heidelbeeren habe ich sie zu einer recht leckeren Marmelade verkocht. Die zwei Gläser werden gut eingeteilt werden.

JohannisRot

Beerenlese

Besser steht es um die kleinen Gurken. Sie wachsen. Ranken freudig. Und tragen etliche Früchte. Die Erste habe ich heute abgezwackt.

Gurkenamstrauch

Gurke

Was für ein wunderbarer Sonnentag!

Sonnenschirm
Folgendes Bild: Heike mit Stuhl und Sonnenhut im Entenauslauf. Pelle & Paula jeweils auf einem Fuß ruhend. Auf den Knien die Schüssel mit Erbsen. Die guten ins Töpfchen. Und die ganz kleinen Erbsen in die Kröpfchen. Das Entenvolk steht auf Erbsen und taucht eifrig im Wasser danach. Apropos Wasser: Pelle hat einen neuen Trick entdeckt. Ist das Wasser frisch gewechselt, klar und kalt, dann zelebriert er vor Begeisterung quiekend die Rolle vorwärts, taucht einmal komplett um die eigene Körperachse und wieder auf. Salto mortale nach Pelle Art.

Pelleschwappt

Mit den Erbsen rinnt die Zeit durch die Finger. Auch die Beerenernte dauert. Stachelbeeren heißen nicht umsonst Stachelbeeren. Sind alle Ställe gemistet, ist überall frisches Wasser verteilt, sind die Beete gewässert (bei der Trockenheit gieße ich derzeit zweimal am Tag), dann naht bereits der Abend. Die schönste Stunde, um mit der Kamera durch den Garten zu spazieren.

Fazit zum Tag:
Etwas zu ernten, das man selbst gepflanzt hat, es zu verarbeiten – das ist ein wunderbares Gefühl.
Und: Ich muss noch viel lernen in Sachen Obst- und Gemüseanbau.

Und wieder einmal lade ich herzlich ein zum Abendspaziergang durch’s Wolfsnest.

Balkontisch

ClematisBordeaux

Wicke

Gegenlicht

Feuerblümchen

Lupine

Mohn

Rosablümchen

GelbeBlüteGegenlicht

RoseRotÖmchen

Die hübsche rote Rose stammt noch von Ömchen Thiede. Ich freue mich, dass sie überdauert und in jedem Jahr neu erblüht.

AhornVoll

WeisserSchmetterling

Wiese

Ahornmitblau

RoteBlüten

10 Kommentare zu “Von der Erbsenzählerei, einem Salto Mortale, dem Glück, der Sonne und der Zeit, die durch die Finger rinnt…

  1. Sooo traumhaft. Ich habe es auch geliebt, im Garten meiner Eltern oben auf der Treppe zu sitzen, das duftende, leuchtende Sommerreich zu überblicken und dabei Bohnen zu putzen. Mehr braucht es nicht zum Glück.

  2. Ich gebe zu, es gab auch Zeiten, da ich die Mengen, die meine Eltern (als Gemüse-Selbstversorger) aus ihrem Garten geholt haben, verflucht habe. Es war klar, dass wir Kinder halfen.
    Stolz bin ich noch heute auf den Sommer, als sie während der Ernte in Urlaub gefahren sind und ich mit meinen knapp 18 Jahren drei Wäschewannen Erbsen, eine Wanne dicke Bohnen und jede Menge Beeren geerntet und verarbeitet habe. Freunde haben mir geholfen und mit Gleichaltrigen um die Wanne herumsitzend über Gott und die Welt zu philosophieren, war eine wertvolle Erfahrung.
    Heute freue ich mich, dass ich einiges gelernt habe und die Entstehung meiner Nahrung kenne. Im Gegensatz dazu kennen meine Kinder Erbsen nur noch als Tiefkühlkost.
    Liebe Heike, Danke für den Streifzug und das Wachrufen der Erinnerungen!

  3. Guten Morgen, meine Güte, seid ihr früh wach. Bei mir fing das weniger mit den Eltern an, die mögen zwar schöne Gärten, gärtnern aber selbst eher weniger, sondern mit der ollen Bohne im Biologieunterricht. Die wäre eigentlich auch einen Blogeintrag wert, fällt mir da auf.
    Im nächsten Jahr gehe ich das Thema „Obst & Gemüse“ hoffentlich besser an. Werde wohl über den Winter in ein geeignetes Buch sehen (müssen). Bei mir ist ja bisher eher so try and error. 😀 Von Wannen voller Erbsen träume ich bis dahin (lacht)

    • Ja, das finde ich das Schöne am Gärtnern: Man lernt immer dazu. Durch „Erlauschtes“, Gelesenes, selbst Ehrfahrenes … Wir hatten zwar auch einen Riesengarten in meiner Kindheit, der sechs Personen ernährt hat, aber da ist irgendwie nur Unbewusstes hängen geblieben. „Man“ weiss irgendwie, wie man machen muss. Und vieles war auch falsch, einfach, weil meine Mutter und Grossmutter keine ambitionierten Gärtnerinnen waren, sondern das eher aus wirtschaftlicher Not gemacht haben. Ich habe mittlerweile grossen Spass, in Gartenbüchern rumzulesen, das Hängengebliebene wird ausprobiert …
      Und die diesjährigen Erbsen sind hier schon aufgefuttert 🙂 nächstes Jahr baue ich wieder Zuckererbsen an, mich dauert der viele Schotenabfall, der in den Kompost wandert. Bei den Zuckererbsen kann ich alles mitessen.

  4. ZWeimal am Tag gießt du? Ich gieße alle zwei Tage 🙂 Hat gedauert, bis ich mich getraut habe, aber es funktioniert. Schau, wenn du täglich gießt, dann lernen das die Pflanzen und sie breiten ihre Wurzeln möglichst flach aus, um das Nass gleich „oben“ abzuholen. Sind sie von klein auf trainiert, auch mal Trockenheit auszuhalten (natürlich erst, wenn sie gut angewachsen und kräftig sind), dann nur noch alle zwei Tage, aber kräftig! Die Pflanzen wurzeln dann tiefer und überstehen Trockenzeiten sehr viel besser. BEi einem sehr großen Garten kann man „hälfteln“ heute diese Hälfte, morgen diese. Wenn es „nur“ warm und nicht heiss ist, dann giesse ich sogar noch seltener.
    P.S. Pelle-Rolle sieht schnuffig aus 🙂 dieses quietschnasse Entengeflaums ist einfach unwiderstehlich.

    • Auch ein Ansatz. Hmmm …. Wir haben ja Moorboden, das heißt, er ist wahlweise patschnass oder furztrocken. Es hat seit 4 Wochen nicht geregnet und auf der Weide platzt der Boden auf und zeigt schon tiefere Risse. Meinst du, das Gemüse kann das auch ab? Es kümmerte ohnehin alles in diesem Jahr. Na ja, und die Petunien und Hortensien zeigen deutlich an, dass sie keine Lust auf Durst haben. Die hängen die Köpfe.
      Da das Wasser aus der Quelle kommt und nicht bezahlt werden muss, prasse ich bisher damit. Aber wenn ich dem Garten damit nichts Gutes tue – dann sollte ich eher geizen?

      • Mhm, wie das mit Moorböden ist, da musst du vielleicht ausprobieren. Allerdings schadet es dann den Pflanzen sicher auch nicht, wenn sie tiefer Wurzeln? Hier kümmert auch alles. Es war einfach zu lange kalt. Die Pflanze. versuchen zwar kräftig aufzuholen, aber das gelingt nicht allen …

      • Stimmt. Der Berg an Abfall – dachte ich gestern auch. 2 Kilogramm Schoten – knapp 500 Gramm Erbsen und der Rest –> Kompost. Die Ponies mögen sie nicht. Und die Enten auch nicht. Schade drum. Und Zuckererbsen mag ich ohnehin gerne. Ich probier das mal mit der Gießerei. Dauert auch jeden Tag mindestens eine Stunde, die ich mir dann schenken könnte 🙂

  5. Ein schöner Spaziergang durch dein Paradies und wieder schöne Eindrücke!
    Ich habe auch vor 3 Wochen Erbsen geerntet, sind schon in der Truhe! Mir persönlich schmecken sie besser und der Kompost kann gar nicht groß genug sein. Mit dem Gießen halten wir es auch so: alle zwei Tage das Gemüse (Paprika, Auberginen und Tomaten täglich!) Die Stauden sehen z. Zt. alt aus, zu trocken und zu heiß! Alles, was im letzten Jahr gepflanzt wurde, bekommt alle zwei Tage eine Ration, alle anderen vielleicht einmal pro Woche. Ist alles nicht so attraktiv, aber bei der Hitze halte ich mich erst ab 20 Uhr im Garten auf;-)
    Einen schönen Sonntag und Grüße an Pelle und Paula

  6. Danke für einen wunderbar bebilderten und betexten Spaziergang durch dein Reich, liebe Heike! Giessen tue ich trotz grosser Hitze nur alle drei Tage, das Zeug soll sich ein bisschen anstrengen, ausserdem ist es dann schmackhafter. Auch Tomaten soll man nicht zu sehr verwöhnen, sie wurzeln ja auch tief. War gerade einige Tage weg und habe alles munter vorgefunden – selbst Rudolf hat sich zurück gehalten, der Racker!

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