Von blonden Schweinen, gefiederten Nonnen, dem Menschen und dem Nutzen…

WildapfelAst

Ein uriger, etwa pflaumengroßer und sehr saurer kleiner Apfel

Ein paar Gedanken zum gestrigen Ausflug nebst vielen Bildern…

Die Arche Warder in Warder/Schleswig-Holstein ist Europas größtes Zentrum für seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten. Man widmet sich dem Erhalt und der Zucht längst in Vergessenheit geratener Tierarten. Der herrlich idyllisch gelegene „Tierpark“ in Nähe des Brahmsee macht immer wieder mit Aktionen und besonderen Events auf sich aufmerksam. Doch die Arche ist kein Streichelzoo. Und im Grunde auch kein Ort für falsche Sentimentalität.

Alle dort beheimateten Tierarten sind – oder waren – sogenannte Nutztiere. Die Rassen sind entstanden im Laufe vieler Jahre, in denen Menschenhand in den Fortpflanzungsprozess eingegriffen und die Tiere zur Vermehrung bestimmt hat. Sie entsprachen den jeweiligen Lebensbedingungen und und waren von großem Wert für Haus, Hof und Leben.
Rinder, die mit nassem Boden zurechtkommen. Schafe, die trockenes und steiniges Gelände oder aber Marschwiesen bevorzugen. Hühner, Gänse, Enten, Ziegen, Esel, Schweine, Kaninchen und Hasen, Pferde, Rinder, Schafe…
Die Arten- und Rassenvielfalt ist beeindruckend, und vermutlich kann sich kaum jemand dem Charme und der Schönheit dieser Wesen entziehen. Eingebettet in eine natürliche Landschaft – Pferche, Weiden und Ställe mit viel Liebe zum Detail gestaltet und den natürlichen Bedürfnissen der Tiere angepasst – repräsentiert die Arche eine „heile Welt mit glücklichen Tieren“, und doch steht sie auf ihre Weise zum Prinzip des Nutzens der Tiere für den Menschen. Diese alten Nutztierrassen hatten ihren „Dienst geleistet“, als man bei der Zucht zu maximieren begann auf mehr Fleisch, Eier oder Milch. Sie konnten nicht mehr mithalten. Ihre Eigenschaften wie Robustheit, Vitalität, Anspruchslosigkeit waren nicht mehr gefragt.

Keine der gezeigten Rassen (unter vielen anderen zum Beispiel Bentheimer, Posaviner, Turopolje, Girgentana, Poitou, Nonnengänse, Hinterwälder, Vorwerk oder Skudde) wäre entstanden, hätten Menschen bei ihrer Zucht nicht auch schon Ziele verfolgt. Gute Milch, feste und wohlschmeckende Eier, Käse, Fleisch- und Wurstprodukte, der Einsatz der Tiere in der Land- und Feldarbeit oder zum Erhalt und der Pflege der Flächen, wie beispielsweise bei den Schafen und Ziegen. Es ist ein zwiespältiges Gefühl, mit diesem Wissen durch diesen großen Park zu gehen.

Vegatarier oder Veganer – Menschen also, die aus Überzeugung die Verwertung und die Nutzbarkeit von Tieren mit bewundernswerter Konsequenz ablehnen und sich beidem verweigern, müssen hier in Warder zur Kenntnis nehmen, dass ihre eigene Konsequenz – umgesetzt von allen Menschen – letztlich zur Folge hätte, dass unzählige Tierarten und Rassen erst gar nicht entstanden wären bzw. nach und nach von der Bildfläche verschwinden würden.

Die Arche führt in ihrem Hofladen Produkte aus eigener Herstellung. Dazu gehören Bienenhonig, Nudelprodukte, Fleischwaren. Wurst vom Highland, von denen mich eben im Stall noch eines so nett beschnuppert hat. Sülze und Mettwurst vom Bentheimer Schwein.

Das Prinzip der Arche lautet:
„Um die alten Rassen auf Dauer erhalten zu können, müssen sie einen wirtschaftlichen Nutzen erbringen. Bei aller Niedlichkeit vergessen wir auch in der Arche Warder nicht den Ursprung unserer Schützlinge: es sind Nutztiere und genau wie ihre Hochleistungsverwandten gezüchtet, um eben nützlich zu sein. In der Arche Warder werden daher Schweine, Schafe und Rinder, die nicht für die Zucht in Frage kommen, verkauft oder geschlachtet.

Je gefragter die alten Rassen beim Verbraucher sind, umso mehr werden sie nachgezüchtet – und umso geringer ist ihr Risiko auszusterben. Die Produktqualität von Tieren, die das ganze Jahr auf der Weide gehalten werden, ist wirklich gut. In unserem Hofladen erhalten Sie köstliche Salami und Schinken. Überzeugen Sie sich selbst.“

Für den Erhalt dieser Rassen setzt sich die Arche auf fünf Ebenen ein:

1. Schutz durch Erhaltungszucht.
Hierdurch sollen die wertvollen alten Rassen erhalten und die Bestände vergrößert werden.
2. Schutz durch Etablierung von Satellitenstationen.
Durch die Außenflächen gewährleistet die Arche Warder den Schutz bei Seuchenzügen sowie die Möglichkeit, den Genpool zu vergrößern und ausgewählte Tiere in die landwirtschaftliche Nutzung einzugliedern.
3. Schutz durch anspruchsvolle Bildung.
Im Mittelpunkt steht die direkte Mensch-Tierbegegnung.
4. Schutz durch Vernetzung mit nationalen und internationalen Institutionen.
5. Schutz durch Forschung.

Ich bin ein Tierfreund, seit ich denken kann. Und ich esse Wurst und Fleisch. Ich mag Eier, Honig und Käse. Trage Lederschuhe und Kleidung aus Wolle. Dass meinetwegen Tiere sterben, weiß ich. Es wird mir einmal mehr bewusst an einem Ort, wie diesem.

Unsere eigenen Schafe wurden nach und nach zum Schlachter gebracht. Beim Töten eines Hahnes (nachzulesen hier: Der Hahn ist tot.)  habe ich geholfen. Ich musste das einmal getan haben (das war der Gedanke dahinter), um zu wissen, was es bedeutet, dass Tiere zu meinem Speiseplan gehören.

Als wir gestern nach einem wunderschönen, sonnigen und durch die Nähe zu allen diesen Tieren so überaus friedlich empfundenen Tag nach Hause fahren, frage ich S., ob er auf Fleisch auf dem Tisch verzichten könnte. Für ihn, das wissen wir beide – wäre das weniger Verzicht, als für mich, die ich zudem gerne Wurst esse. Wir sprechen über Tiere, Tierliebe, Nutzen und Wert und philosophieren darüber, wie eine Welt aussähe, in der niemand mehr Fleisch essen würde. Wir sprechen über Massentierhaltung, ihre Skandale, Gesundheit und Idealisierung.

Auf unserem eigenen Hof leben zurzeit sechs Tiere. Keines davon hat einen Nutzen, eine Aufgabe, einen Sinn in rechnerischer Weise. Ihre Pflege, Gesundheit und Unterbringung bedürfen einigen Zeitaufwands, einigen finanziellen Aufwands, der Verantwortung und Fürsorge. Sie leben hier, weil sie Glück in mein Leben bringen. Weil ich Freude an ihnen habe und weil sich hinter jedem von ihnen eine Geschichte verbirgt, die nach meinem Empfinden auf falsch verstandener Tierliebe basiert. (Die Enten ausgenommen.)
Die beiden Kater gehörten einer Familie, die aus der Großstadt aufs Land zog, um sich hier ihren Traum vom Landleben zu verwirklichen. Zum Hausstand gehörten vier Katzen, zwei Pferde, zwei Ponys, drei Hunde, Meerschweinchen und Kaninchen. Als die Lebensumstände andere wurden, waren die vielen Tiere plötzlich ein Problem. Die Ponys, über Jahre in fester Kinderhand, wurden günstig verscherbelt. Das Kleingetier verschenkt. Einer der Hunde sollte eingeschläfert werden, weil er auch hier schon mit wenigen Nachbarn und viel Auslauf ein Problemhund war. Von den Katzen zogen zwei mit nach Frankfurt. Zwei wurden einfach zurückgelassen, sie leben nun bei uns.

Meine beiden Ponys wurden hier auf unseren Wiesen geboren. Im Sommer 2008 hatte ich eine kleine Ponyherde zu Gast. Ihrer Besitzerin gehörten zum damaligen Zeitpunkt über einhundert (100!) Pferde. Keinem der Tiere konnte sie gerecht werde. Dafür gibt es einen Fachbegriff – man nennt das – wie bekannt sein dürfte – Animal Hording. Über die Jahre kommen bei diesen Menschen immer mehr Tiere hinzu. Hier waren es zudem Lamas, Hunde, Katzen, Lämmer, Ziegen, Schweine … Die beiden Fohlen wollte ich nicht dort wissen. Darum leben sie heute bei mir.

Beide – Familie aus der Stadt und Pferdefrau – sind davon überzeugt, Tierfreunde zu sein.

Ich selbst lebe im täglichen Zwiespalt und halte mein Verhältnis gegenüber Tieren für eine ausgewogene Mischung aus Sachlichkeit und Emotionalität. Mit Menschen, die sich in die Nähe und Zuwendung von Tieren flüchten und denen das Wesen Tier über das Wesen Mensch geht, kann ich kaum bis gar nichts anfangen. Werden Hunde oder Katzen zum Ersatz für menschliche Beziehungen, dann wird nach meinem Dafürhalten den Tieren eine Rolle zugesprochen (aufgezwängt), die ihnen nicht gerecht wird und der sie nicht gerecht werden können. Tiere gehören nicht in Betten, auf Stühle, zwischen Kissen und Küssen. Sie werden überfordert, wenn wir in ihnen die Liebe suchen, die wir anderswo nicht gefunden haben. Sie sind kein Ersatz für Kinder oder Partner. Diese Art von „Liebe“ macht auch sie zu Nutztieren.

Wie also sieht sie aus, die echte Tierliebe?
Wer ist Tierfreund? Und wer nicht?

Ich weiß es nicht.

Aber ich weiß: Die Nähe von uns Menschen zu Tieren hat über Jahrtausende wunderbare Wesen entstehen lassen, von denen ich gestern viele sehen, fotografieren oder einfach nur beobachten durfte. Meine eigene Vorstellung von Tierliebe finde ich am ehesten repräsentiert in einem Projekt, wie es die Arche Warder ist. Dort schenkt man den Tieren Respekt, Zuwendung und Aufmerksamkeit. In einer Umgebung, die ihren Bedürfnissen gerecht wird. Sie werden weder vermenschlicht, noch versachlicht und damit zum Gegenstand. Und sie repräsentieren eine Zeit, in der Mensch und Tier von einander abhängig waren. Bis zum Tod.

Zur Arche Warder führt dieser Link: Arche Warder

Und nun lade ich herzlich ein, mit mir durch die wunderschöne Anlage in Warder zu spazieren:

HahnPortrait

Puschelhahn

Puschelhenne

HennemitKückennah

Huhnauf stalltuer

Marienkäfer

BeerenvorHimmel

BlondesWollschwein

BlondesWollschweinliegt

Sonnenblumefrontal

ferkelnase

FerkelimSTall

Bachlauf

TuropoljeSchwein

Sauliegt

WildesSchweinnah

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Panikbeeren

Aur-Ochsenpaar

Ur-Rinder

Aurochsesolo

HighlandKalb

Ein Highland-Kalb

Longhorn

Ein englisches Langhorn..

Wasserbüffel

ein europäischer Wasserbüffel…

Sonnenblumeverblueht

Poitouganz

Der riesige Poitou-Esel…

PoitouKopfnah

Poitouganzseite

GelbeBlumenmitSchwebfliegen

Zickleinbraun

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ZiegenbockLanghorn

ZiegenbockLanghornganz

ZiegenbockLanghornseite

BeerenvorHimmel

Gänsekükenbesser

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Und in sie hab ich mich verliebt – diese wunderschönen Gänse…

GansPortraitseitlichweich

Gansvonhinten

Gansweissfrontol

GansAugeversteckt

Höckergans

Lockengänse

Nonnengans

Nonnenganspaar

Tilda001nah

Vogelhimmel

Pfauenhahn

SonnensternTopinambur

16 Kommentare zu “Von blonden Schweinen, gefiederten Nonnen, dem Menschen und dem Nutzen…

    • Ach wie schön, vielen Dank. Und liebe Grüße an Karla, ich hab mich in die weiße Gans mit den blauen Augen verliebt. Das Eselfohlen haben wir leider gestern nicht angetroffen. Und auch nicht den riesigen Tiroler Steinschaf-Bock, den wir beim letzten Mal am liebsten mit nach Hause genommen hätten 🙂

      • Danke Karla freut sich so das es jetzt ein eselfohlen gibt wir waren schon lange nicht mehr da. Na ich weiß was wir dieses wochende tun -Arche warder:)

      • Dann wünsche ich euch beiden jede Menge Spaß. Und bitte grüßt von mir die mutigste und größte Gans, vorne rechts im Auslauf, ehe es über die Brücke zu den Hühnern geht 🙂

  1. Solch einen Tierpark gibt (gab?) es in der Umgebung unserer vorletzten Wohnung im Münsterland und wir sind mit den Kindern dort gewesen. Für sie war es ein großer Wald mit Tieren, wir haben uns gewundert, von welchen Rassen (Wollschwein, Vierhornschaf) wir nie etwas gehört hatten – obwohl wir beide ländlich aufgewachsen sind.
    Hier im bergischen gibt es ein Freilichtmuseum die diesen Aspekt (in kleinem Rahmen) mit aufgreifen. So stehen neben dem Bergischen Fachwerkhof Bentheimer Schweine und der geneigte Besucher kann sich über alte Nutztierrassen informieren. Nicht zuletzt stehen vier Kaltblüter für die Feldarbeit im Stall.
    Tierliebe ist ein weites Feld…

    Danke, dass du uns wieder einmal an deinen Gedanken teilhaben lässt.

  2. Liebe Heike, vielen Dank für den schönen Beitrag (die Bilder werde ich mir in Ruhe zu Hause ansehen). Und weißt du was? Es mag vielleicht paradox klingen: Auch um diese Rassen zu erhalten, lebe ich derzeit vegan (dass ich vegetarisch esse, hat aber andere Gründe #lach). Ich weiß, dass ich damit nicht in das „normale“ Muster eines Veganers passe, aber das ist mir wurscht oder Grünkern 😉 Ich denke, nur wenn wir endlich begreifen, dass man Fleisch und Fleischprodukte bzw. andere Produkte aus „Tier“ nicht zum Spottpreis (und ohne Rücksicht auf das Leid dieser Viecher) haben können, erst dann werden diese Rassen vielleicht wieder eine Chance haben, weil es nicht mehr nur um Hochleistungsmast geht. Und ich bin vermutlich einfach Landkind genug, um für mich eine ordentliche Portion angemessene Tierliebe entwickelt zu haben. Und eine angemessene Tierzucht gibt es eben nur mit Verzicht, meine ich. Ich würde z.B. ohne Probleme ein Kuchen mit Pelle-Eiern drin essen 😉

    • Hallo Kratzi, ich fand die Erkenntnis erschreckend, dass es all die Viecher auf den Bildern bzw. im Park und viele mehr ohne uns „Fleischfresser“ gar nicht gäbe. Wenn man – wie ich – schwankt zwischen Tierliebe und Skrupeln, dann erscheint der Gedanke nämlich ungemein tröstlich, sich selbst doch noch überzeugen zu können: Es geht auch ohne…
      Dieser Trost ist dann genommen, wenn man den Gedanken zu Ende spinnt, in der Theorie alle Menschen auf Fleisch verzichten lässt und sich fragt: Was geschieht dann mit all den sog. Nutztierrassen? (Massenprod. und Bio oder wie in Warder alten Rassen).
      Ich werde zum Beispiel regelmäßig gefragt, wozu ich eigentlich die Ponys habe (wo ich sie doch nicht reiten kann) oder wofür die Enten gut sein sollen. Hinter diesen gar nicht böse gemeinten Fragen steckt immer der Gedanke: Und was bringt das? Also die Frage nach dem Nutzen, weil man ja um den Aufwand weiß.
      Rechnerisch betrachtet führt der gänzliche Verzicht auf Fleisch zu einem geringeren Bedarf bzw. Nachfrage. An den überaus wirtschaftlichen Produktions-Methoden ändert er vermutlich nichts. Und den Produzenten alternativer tierischer Produkte hilft nur die Nachfrage, wenn sie davon leben wollen. In der Arche Warder wird dieser ganze Zwiespalt deutlich, wie selten: Du gehst an all den Tieren vorüber und zu Ende der Runde durch den Laden, wo sie im Kühlfach liegen. :-/

      • Weißt du, für mich ist es gar nicht erstrebenswert eine Welt, … so ganz ohne. Ich möchte nicht verzichten auf Schafherden und Schäfer, auf Rinder, die auf der Weide käuen und käuen, auf Schweine, die im Dreck rüsseln, auf leckeren Honig auf dem Frühstücksbrötchen … das alles sind für mich erhaltenswerte Kulturgüter, da gehe ich mit den „Hard-Core-Veganern“ nicht konform. Und ein paar Lederschuhe, oder ein Ledersessel, der zehn Jahre hält, ist für mich nachhaltiger als ein Paar Schuhe aus Stoff oder gar Kunststoff, das im besten Falle eine Saison überlebt. Und ob mir das Schaf seine Wolle nicht „williger“ abgibt, als kleine indische Kinderhände Baumwolle pflücken … ich weiß nicht.
        Vielleicht wirst du mich jetzt fragen, warum ich dann meinen Weg so gehe, wie ich es versuche?
        Vermutlich schwierig zu beantworten. Vom toten Tier essen, das mag ich schon lange nicht mehr, das ist ganz „unpolitisch“ und mein individueller Geschmack … und sehe es wie ein Co2-Ausgleich 😉 Dafür können du und Annette ordentlich reinhauen …
        Mein veganer Versuch ist ein Experiment … wo sind die Grenzen, wie konsequent möchte/kann ich sein?
        Und ein Signal. Denn nur wenn ein Bedarf geschaffen wird, wird dieser bedarf gedeckt werden. Was haben alle gelacht vor 20 Jahren, über die ersten Bio-Läden und die Müsli-Freaks, die damals darin einkaufen gegangen sind. Vegetarisches Essen auf einer Speisekarte? Fair-Trade-Kaffee im Supermarkt? … und vor 10 Jahren die ersten Veganer … was für Spinner. Und heute? Nur die Menschen, die etwas anderes leben (wie konsequent auch immer), verändern was.
        Nein, die Nutztiere sollen wegen mir nicht verschwinden. Aber die Massentierhaltung, die mit Antibiotika vollgestopften Hühner und Enten, und vor allem unser aller Weltwirtschaftswunder-Nachgenerationen-Gefresse (auf Kosten der Umwelt, auf Kosten anderer, auf Kosten der Nachkommenden)… hauptsache billig und viel. Ich will Vielfalt und Diversität. Vom Saatgut, bis zum Schweineschinken. Und das geht meines Erachtens nur mit: Maß-Halten oder so 😉
        Huch … hoffentlich keine „Predigt“ … ich spreche natürlich immer nur von mir. Und es ist so ein schwieriges Thema, bei dem ich alles andere als sicher bin.

  3. Tja, Heike, bin ganz deiner Meinung, was das Verhältnis zu den Nutztieren angeht, denn ich esse auch Fleisch und möchte nicht darauf verzichten. Ausserdem gäbe es, wei du richtig sagst, viele Rassen gar nicht, wenn wir Menschen sie nicht aus dem einen oder anderen Grund gefördert hätten. Obwohl ich den Horror bei Vegetariern verstehe, denen angesichts der Nachrichten der Bissen im Hals stecken bleibt, sehe ich diese Lebenseinstellung nicht als Lösung. Die Lösung ist: Geburtenkontrolle, weniger Fleischkonsum und ein respektvoller Umgang mit unseren zwei- und vierbeinigen Freunden. Wir haben immer Schafe und andere Viecher gehalten, hatten das eigene Fleisch und mussten uns von jenen zur Schnecke machen lassen, die ihres lieber steril verpackt im Supermarkt holen. Pah, was für eine Heuchelei. Ich stehe zu meinem Leben und freuen mich an unseren Tierchen, die ein saugutes Leben haben – bis zum Schluss. In einem Fall stimme ich dir jedoch nicht zu, und zwar, was die Art des Verhältnisses zu unseren Tieren angeht. Ich sehe es nicht als armseligen Ersatz, sondern fühle mich sehr bereichert. Ups, das war eine Abhandlung! Danke dir für den wirklich interessanten Ausflug und wünsche dir ein gemütliches Wochenende im Wolfsnest.

    • „Ich sehe es nicht als armseligen Ersatz, sondern fühle mich sehr bereichert.“ Ich auch nicht, liebe Annette. Ich spreche im Beitrag von Menschen, die Tieren Rollen zumuten, denen sie nicht gerecht werden können. Bzw. Menschen, die das Tier über den Menschen stellen in der Reihenfolge der Prioritäten. Um ein Beispiel zu nennen: In unserem Einkaufszentrum stehen zwei Holzboxen nebeneinander. Eine für die Tafel e.V. und die andere für das hiesige Tierheim. Beide bitten um Spenden in Naturalien. Eine davon ist regelmäßig befüllt. Die andere leer.
      Tiere sind nie ein „armseliger“ Ersatz. Aber für viele Menschen sind sie Ersatz für fehlende menschliche Bindungen. Und damit haben erhalten sie einen Nutzen.
      Im idealen Fall sind sie eine wunderbare Ergänzung und dürfen auch so leben: Als Tiere mit Familienanschluss 🙂

      • I get the point, Heike, aber bei mir darf der Hund auch mal auf dem Sofa liegen, bekommt einen Kuss, die Mulis natürlich auch, oder unsere neuen Hühnerkinder…wir sind alle Tiere, mit dem Unterschied, dass der Mensch ein klein wenig pfiffiger, aber sicher nicht besser, ist. Auf jeden Fall ist er nicht die Krönung der Schöpfung! Als Atheist sehe ich das eben anders. Den Buddhismus finde ich viel sympathischer. Alles Liebe 🙂

  4. Was für wunderschöne Fotos. Ich möchte am liebsten gleich wieder losfahren. Den Zwiespalt zwischen nachhaltiger Tier“nutzung“ und damit Erhalt alter Rassen einerseits und der Tierliebe andererseits kann ich auch als Vegetarier gut nachvollziehen. Es wäre schon viel gewonnen, wenn man den Tieren wieder mit Respekt begegnet und sie nicht als Fleischproduktionsgestelle betrachtet, die sich dummerweise auch noch bewegen. Es geht halt nicht zusammen: jeden Tag Fleisch auf dem Teller und billig und auch noch gute Qualität. Weniger ist mehr … aber Verzicht und „Weniger“ ist ja nicht so gefragt bei vielen.

      • Wir werden da ganz sicher auch bald wieder hinfahren. Alles dort ist sehr ansprechend und schön gemacht. Und vor allem gibt es Ziegen – die ich ja bekanntlich sehr liebe 😉

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