Erntedank im Wolfsnest…

Erntedank im Wolfsnest

Freuen durften wir uns in diesem Gartenjahr ganz besonders über:
jede Menge feiner Erbsen, Bohnen, Rhabarber und Holunderblüten in Hülle und Fülle, riesige Salatgurken, ein Kuchenblech blauer Pflaumen, eine Schüssel voller Beeren, zehn (10!) Äpfel, jede Menge Basilikum und andere Kräuter und zu guter Letzt über einen großen Korb voller roter Pflaumen, von denen ich ein Blech Kuchen gebacken habe. Knapp sieben Kilogramm wanderten in den Entsafter.

Zwetschgenkuchen

Weniger Anlass zur Freude gaben :
Mangold, Rosenkohl, Kohlrabi, Tomaten und Salate. Den „Kampf“ gegen die Unmengen von Raupen, die gefräßigen Wühlmäuse und Schnecken habe ich definitiv verloren, zumal ich es konsequent ablehne, mich mit Gift zur Wehr zu setzen. Eine einzelne Wühlmausfalle erschlug einen kleinen Maulwurf, was mir richtig Leid tat. Die Mäuse hingegen haben sich eins gelacht. Die Tomatenpflanzen tragen zwar Früchte, aber mit der Reife lassen sie sich allzu viel Zeit.

Collage.indd

Erntesegen 2013


Sie fehlten in diesem Jahr:

Wespen, Hornissen und Bienen. Marienkäfer.
Der Buntspecht.

Marienkäfer

Und von ihnen hatten wir reichlich:
Rehe. Frösche. Maulwürfe. Hornissen. Kohlweißlinge. Zitronenfalter. Libellen. Hummeln und Schwebfliegen. Taubenschwänzchen. Singfreudige Buchfinken. Igel. Und Kreuzspinnen.
Schnecken. Und Schnecken. Und dann waren da noch – Schnecken.

PalaveramTeich

Palaver am Teich

SpinnemitKohlweissling

Das Ende eines federleichten Lebens…

Schnepelganz

Ein Tigerschnegel zu Besuch…

Hummel

Selten gezeigt haben sich:
Kröten. Ringelnattern. Fledermäuse.

Pläne fürs nächste Gartenjahr:

  • Hochbeet anlegen
  • Obstbäume und – sträucher professionell beschneiden (lassen)
  • Stauden teilen und Standorte vieler Büsche wechseln
  • Teich erweitern und Bepflanzung optimieren

Viele Inspirationen, Anregungen und gute Tipps gaben und geben mir die Erfahrungen und Berichte all der Natur- und Gartenfreunde, die ich über Facebook und mein Blog kennenlernen durfte. Dafür ganz herzlichen Dank! Ich werde euch sicherlich mit der ein oder anderen Frage fürs nächste Gartenjahr behelligen (wenn ich darf).

Was noch zu tun ist in diesem Jahr:

  • Das Gemüsebeet bekommt eine winterharte Gründüngung
  • Der Ententeich eine Befestigung
  • Ein Quittenbäumchen wird gepflanzt
  • Die Sauerkirsche wird umgesetzt
  • Blumenzwiebeln kommen in die Erde
  • Der Entenstall wird winterfest gemacht
  • Die Heulieferung für die Ponys wird bestellt
  • Sämtliche Topfpflanzen kommen ins Haus

Erntedank also im Wolfsnest. Das einzige kirchliche Fest, an dem ich „Ungläubige“ persönlich überaus weltliche Freude habe. Im Sinne des Wortes unvergessen: der festlich geschmückte Altar der evangelischen Kirche im Dorf meiner Kindheit. Kürbisse, Trauben, Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Zwiebeln, viele Kohlsorten, Herbstlaub und Ähren, Getreidesorten, Stroh, Sonnenblumen – eine echte Farbenpracht. Ein Füllhorn. Überfluss, für den ich mir insgeheim wünschte, er würde nach dem Fest dort nicht vergessen. Mittendrin die prächtige Erntekrone.

Lieber Herbst,
bald purzeln die Kastanien aufs Blechdach, fallen hunderte reifer Eicheln aus den Bäumen, bedecken unsere Erlen, Eschen, Kastanien, Birken, Ahorn und Weiden mit ihren bunten Blättern Wege und Wiesen. Ich freue mich auf dich. Und heute schon auf die nächste Gartensaison.

Federleicht

KastanienblattNass

KürbismitPflaumen

MauerimTropfen

Maeulchennass

Bis dahin bleibt einmal wieder Zeit, zu lesen, zu schreiben und dafür, die vielen hundert Bilder zu sortieren, die mir dieses schöne Jahr bisher geschenkt hat. Die größte Freude war mir die „Bienenweide“, zwei handvoll Samen, die über fünf Monate hinweg immer neue Blüten, Farben und Formen haben entstehen lassen. Motive unzähliger Bilder und – es stimmt tatsächlich – Anziehungspunkt für eine riesige Schar Insekten. Im nächsten Jahr werde ich diese Spielwiese für die Natur ganz sicherlich noch sehr viel größer gestalten.

Und die Zeit, die „Früchte“ dieses Jahres auch zu genießen.

Pflaumensaftcollage

Ein echter „Multrecker“ – Plattdeutsch für sauer… Saft von den roten Pflaumen.

Flaschenfertig

Holunderblütensirup, ein Muss in jedem Jahr.

Gläserfertigbesser

Marmeladen sämtlicher Fruchtsorten, hier die Erdbeere…

KürbissuppeVorbereit

Rhabarber

Rhabarbersaft.

Kürbissuppe

Und – köstlich – Suppe vom Hakkaido, mit Ingwer, Chilli und Apfel…

Danke, liebes Gartenjahr 2013!

DahliePinkdunkel

Kälber Abend Wolken

32 Kommentare zu “Erntedank im Wolfsnest…

  1. mit herrlichen fotos werden wir ja schon immer verwöhnt aber auch die wortwahl läßt mich schmunzeln: „Im Sinne des Wortes unvergessen“ ist einfach köstlich — oooops, schon wieder eine anspielung auf das vielleicht versteckte aber doch eigentliche hauptthema, die genußvolle schlemmerei 😉
    schnecken haben wir auch unmengen, mein rekord beim absammeln waren an einem abend 61 😯 aber um den tigerschnegel beneide ich Dich!
    die tomaten sollen gut nachreifen (quelle KölnerStadtAnzeigervon heute) wenn man sie jetzt grün erntet und auf den küchenschrank legt. da ich das mit den roten auch schon immer erfolgreich mache (selbst im winter gekaufte werden dann fast immer innerhalb von 2 wochen kurz vor dem matschen einfach nur SAUlecker) werde ich dieser tage von meiner unmenge auf der terrase auch mal ein paar abziehen.
    mehr fällt mir jetzt nicht mehr ein auf die schnelle, aber Du sollst ja auch nicht lesen sondern weitermachen mit ernten/einmachen/fotografieren 🙂

    • Oh, da hast du aber ganz genau gelesen. Und ich hab manchmal schon Sorge, zu viel zu sabbeln hier 🙂
      Unsere Nachbarn schwören darauf, Tomaten in Zeitungspapier zu wickeln und sie dann nachreifen zu lassen. Ob ihnen die Aussicht vom Kühlschrank auf die Küche besser gefällt, wissen wohl alleine die Tomaten 😀

  2. Deinem Danke für diese Ernte schließe ich mich aus ganzem Herzen an – was für wunderbare Fotos hast du uns da geschenkt, vielen Dank dafür, ich freu mich aufs Mitlesen und Mitstaunen. Liebe Grüße von Doris
    PS: noch dankbarer wäre ich persönlich, wenn der liebe Gott oder der Wettermann den Schnecken, und nur denen, einen harten Winter schicken könnte, damit sich deren Anzahl für die Zukunft radikal verringert …. ginge das? 😉

  3. Jedes Jahr überrascht uns Gärtner erneut, bringt uns dolle Ernten und manchmal eben auch Pleiten, aber nichts erfreut mich so wie Natur und Garten (von meinen Lieben abgesehen). Für die Tomaten empfehle ich dir ein Tomatenhaus oder besser gleich ein Gewächshaus. Zu zweit hat man das recht flott aufgebaut, kostenmässig hält es sich auch in Grenzen. Ist der Kürbis ein Potimarron? Sieht genauso aus…ich werde aus einem Kürbis-Birnen-Marmelade kochen, die ich sooo liebe. Ich danke dir „Ungläubigen“ für den herrlich bebilderten Bericht – eine Wonne für die Seele. 🙂

    • Wenn du mich bitte nicht verrätst: Aber eigentlich freu ich mich auch auf den Winter. Zeit, ein bisschen auszuruhen 🙂 Zurzeit möchte ich überall gleichzeitig sein, das machen weder Schuhwerk noch Knochen mit 😀

  4. Liebe Heike,
    hach wie schön, da isses wieder, mein Lieblingsbild – und natürlich sind dianderen auch wieder toll, aber da soll ich ja nix mehr zu sagen von wegen Kamera und dolle Objektive…
    Eine dolle Ernte muss ich schon sagen, da bin ich zumindest auf unsere diesjährig endlich mal recht schöne Tomatenernte ziemlich stolz…
    Jetzt bin ich aber gespannt auf den Herbst in Deinem Garten!
    Liebe Grüsse,
    Kai

    • Du meinst das Hummelchen, Kai? Apropos Tomaten – heute hab ich vergeblich nach einem Rezept gesucht, wie man Tomaten einlegen und damit länger haltbar machen kann, als 2-4 Tage. Sonst geht der ganze Erntesegen dain, als Sauce. was macht ihr mit eurer reichen Ernte? Liebe Grüße, Heike 🙂

      • das Hummelchen ist auch ein ausgesprochen schönes Bild, aber eigentlich meine ich das letzte Bild, Kühe mit dräuendem Himmel (kann man das so sagen). Da finde ich die Konstruktion / die ungewöhnliche Perspektive so toll und die dräuende [sic] Stimmung so gut eingefangen. Ausserdem mag ich einfach Kühe gern…
        TOMATEN: da ist unsere Tomatenernte im Vergleich zu Deiner vermutlich eine ganz klitzekleine. Ich experimentiere da seit drei Jahren mit drei Töpfen und 4 Pflanzen – und im letzten Jahr war die Ernte schlicht erbärmlich, dieses Jahr dagegen, für unsere Verhältnisse, riesig. So war der Sommer ganz wunderbar, weil ich mir jeden Morgen in den ganzen letzten Wochen ein paar Tomaten pflücken und mit zur Arbeit nehmen konnte. Tomaten, die vollfett nach Tomaten schmecken und weder Salz noch sonst was benötigen. Herrlich!
        Naja, und weil wir nicht diese Mengen haben und ich ein begeisterter Direktvomstrauchtomatenesser (auch auf Brot mit Schnittlauch oder mit Basilikum und Mozzarella, also ganz klassisch) bin, hab ich leider auch kein gutes Rezept fürs haltbar machen. Das Problem haben wir allerdings nun mit den Krautern, die in diesem Jahr sehr üppig waren.
        Liebe Grüsse, Kai

      • *Pling* Die Kuh. Die wunderbare Kuh von dm meinst du. 🙂
        Eine Freundin (Halbitalienerin) hat mir heute erzählt, ihr Vater (Italiener) würde die ganzen Rispen der reifen kleinen Tomaten ernten, sie zusammenbinden und an einem trockenen Örtchen aufhängen. Auf diese Weise würden sie frisch und lange genießbar bleiben. Das als Vorschlag für die folgenden Direktvomstrauchess-Tage 🙂

  5. Pingback: syv-ni-tretten | ratzerennt

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