Apfel, Nuss und Mandelkern ~ früher und heute… #apfelnussmandelkern

ApfelWunderschön

Apfel, Nuss und Mandelkern – ein Blogstöckchen…

Wenke Bönisch vom Verlag Eugen Ulmer wirft mit Stöckchen um sich. Das tut in diesem Fall nicht weiter weh, wenn es trifft. Denn es handelt sich um ein nettes Blogstöckchen, das die Runde durch den digitalen Spätherbst machen soll. Eingekuschelt in eine warme Decke auf ihrem Sofa, wirft Wenke ein paar Fragen in die Luft, dort wirbeln sie seither umher – wie heute das Eichen- und Kastanienlaub rund ums Haus im stürmischen Novemberwind.

Das Stöckchen liegt – wie immer – auf meiner Gartenbank und darf gerne in die eigene Hand genommen werden. Ich selbst hab mich inspirieren lassen durch Wibke Ladwig und ihren Beitrag – nachzulesen hier: Apfel, Nuß und Mandelkern: Zwischen Gemütlichkeit und Geschäftigkeit #apfelnussmandelkern

Wenkes Fragen und Gedankenanstöße widmen sich den Wochen vor dem Jahresende. Mir persönlich ist es noch immer nicht so recht zu glauben, dass dieses Jahr sich schon wieder seinem Ende neigt. Warum das so ist und wie sich diese Zeit für mich gestaltet, warum ich überhaupt keine tristen Gedanken aufkommen lassen mag und mich in diesem Jahr sogar der November positiv überrascht, das liest sich so:

Wie gestalte ich mein Jahresende?

Das Jahresende gestaltet mich.
Intensiver denn je, seit ich auf dem Land lebe, meine Tiere um mich habe und nah an der Natur und den Jahreszeiten lebe. Bis vor ein paar Jahren noch war diese Phase des Jahres geprägt von einer fast unheimlichen Dynamik im Berufsleben. Als würde der Jahreswechsel im Kalender ein großes Ziel sein, angesichts dessen alle in eine Art Endspurt-Euphorie/-Aktionismus geraten. Als wäre dieses Datum eine physische Einheit, eine Hürde, die es anzugehen und zu überwinden gilt in der Erwartung, danach würde etwas gänzlich Neues beginnen. Die Uhren auf 0 gestellt. Dabei – und das hat sich in jedem Jahr aufs Neue bewiesen – geht es einfach voran. Weiter. Vielleicht mit neuen Zielen? Neuen Hoffnungen, Anforderungen und Erwartungen? Aber eben auch mit uns, die wir in der Regel dieselben bleiben wir im vergangenen Jahr. Ich habe ihn nie gemocht, diesen Endspurt, diesen selbstgemachten Stress, all die routiniert verfassten hunderte von Weihnachtskarten, die uns erreicht haben und die wir selbst versandt haben. Eine Tradition, die sich verselbständigt hat, der sich kaum ein Unternehmen entziehen kann. Und die genau deshalb beliebig und austauschbar ist. Plötzlich war es da, das Jahresende. Geschenke auf den letzten Drücker. Keine Zeit für Gedanken, alles im Vorbeiflug erlebt, den letzten Arbeitstag beendet mit dem Flug von Berlin nach Stuttgart. Und hineingeworfen in die traditionelle, familiäre Idylle – eine Vollbremsung mit Stillstand.

Die Wende in meinem Leben werde ich immer mit eben genau jenem Jahreswechsel in Verbindung bringen. Dem letzten dieser Art, der mich für eine lange Zeit aus der Bahn werfen sollte um dann in ein neues Leben zu münden. Den Umzug von Berlin in den Norden, ins Wolfsnest. Auf’s Land.

Wer – wie ich – der Natur in ihrem Verlauf übers Jahr zuschaut, für den ist der Wandel etwas Beständiges. Die Übergänge sind fließend. Ihre Boten unübersehbar. Von der Blüte über die Reife, die Ernte bis hinein ins Verblühen – die Natur kennt keine Schnitte, keine Eckpunkte, keine Markierungen. Alles geht ineinander über, ist in sich schlüssig, alles fließt und das eine führt zum anderen. Darum erlebe ich das Jahresende seither auch nicht mehr als etwas Plötzliches, das mich überrascht und in Zwang bringt. Das Jahr klingt schlicht aus und wenn ich genau hinsehe, da sind da auch schon die Boten des nächsten Frühlings zu sehen.

Und um die Frage zu beantworten – so gestaltet mich das Jahresende: In der Freude und Rückschau über das ausklingende und der gleichzeitigen Freude auf das kommende Jahr.

TropfenGross

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Eichelschalen2

Welche lustigen Geschichten haben Sie zu Advent, Weihnachten oder Silvester erlebt?

Weihnachten vor 20 Jahren – Tannenbäume, die mit der Spitze nach unten aufgehängt und mit Metallschrott geschmückt zum Ausdruck bringen sollten: Wir halten nichts von Weihnachten. So stand es dann auch auf einem Pappschild: „Scheinheilige Weihnacht“. Ins Haus wurden obdachlose Menschen geladen, im Badezimmer verschmierte ein Ferkel seine Verzweiflung über die Fliesen und als dann die ahnungslosen Eltern aus den Skiferien zurückkamen, fanden sie Chaos, verärgerte Nachbarn, eine geplünderte Speisekammer und die Trümmer ihrer antiautoritären Erziehung vor. (So geschehen vor knapp 30 Jahren bei Freunden meiner Eltern.) Mich amüsiert diese Geschichte auch heut noch. Das halbe Dorf hatte sich echauffiert, und ich fands einfach nur klasse.)

Silvester zur Jahrtausendwende – da sprengte ein völlig verängstigter Irish Setter unsere von langer Hand geplante Party. Als das zitternde Elend um 00:05 Uhr aus dem Wald vor dem Feuerwerk und zwischen meine Beine flüchtete, fand sich niemand unter meinen Gästen und auch nicht der Mann an meiner Seite, der den kleinen Burschen mit ins Haus hätte lassen wollen. Der kann ja alles haben. Wer weiß, wo der herkommt? Du kannst den doch nicht bei uns übernachten lassen. Lass den hier draußen, der wird schon nach Hause finden. Da blieb ich also bei minus 8 Grad mit dem Tier vor der Türe, zwischen all den Resten eines Feuerwerks und eines vergangenen Jahres und der kleine bibbernde Hund sah mich an. Er musste gar nichts weiter tun als mich anzusehen und da wusste ich: Ich bin am falschen Ort. Mit den falschen Menschen. Und dem richtigen Hund.

Was bedeutet Ihnen der November oder der Dezember?

Inzwischen sind mir beide Monate wichtig, um zur Ruhe zu kommen. Ich kann mich all den Dingen widmen, die ich übers Jahr zwar immer im Sinn habe, angesichts all der Aufgaben aber die im Garten und bei den Tieren auf mich warten, stets vor mir herschiebe. Ich entspanne mich spürbar. Schau nach draußen und weiß: Da ist im Moment nicht viel, was ich tun muss. Der Garten ruht und bereitet sich vor. Ich darf das auch.
Zum Jahresende denke ich an viele Menschen, denen ich während all meiner Lebensstationen begegnet bin. Ich schreibe kleine Briefe. Erinnere mich an Kindertage. Freue mich auch heute noch auf das Päckchen zum Nikoloaus, das mir meine Mama schickt. Mehr noch übrigens – als auf jedes Weihnachtsgeschenk. Ich liebe die Nüsse, Mandarinen, Unterwäsche und Söckchen. Weihnachtsmandeln von Lindt – kurz all die Liebe, die sich in jeder Kleinigkeit zeigt.
November 2013 – durch mein neues Hobby, die Fotografierei, erlebe ich zum ersten Mal und absolut intensiv, wie viel Schönes selbst in diesem doch eigentlich recht grauen, nassen Monat noch zu finden und zu entdecken ist da draußen. Wie überhaupt dieser Blick auf’s Detail so ungemein gut tut, während der auf’s Große und Ganze oft genug Anlass gibt, an dieser Welt zu (ver-)zweifeln.

FichtemitReflexen

Was verbinden Sie mit der Lichterzeit?

Kindheit. Laternelaufen. Basteln im Kindergarten, der Schule und zu Hause mit meiner Schwester und meiner Mama. Laternen mit buntem Pergament- und Tonpapier. Engel aus fester Goldfolie. Strohsterne. Die Freude auf den Adventskalender. Die kindliche Ungeduld. Sankt Martin und seine schöne Geschichte. Den Disput, ob nun elektrische Kerzen am Baum oder den Zimmerbrand riskieren? Den Duft von Gebackenem. Die wunderschönen Rosinenmänner, die uns unsere Mama gebacken hat. Unsere uralte Weihnachtskrippe, vererbt und vererbt, seit ich denken kann unter unserem Baum. Und früher immer verbunden mit meinem Vater und einem Spaziergang durch den Winterwald. Zwei Maurerkellen und eine Bütt zur Hand, um Moos zu stechen für die Krippe.

Erwachsenenleben. Hell erleuchtetes „Unter den Linden“. Reizüberflutung auf dem Münchner Weihnachtsmarkt. Halbe Nächte auf der Garmischer Autobahn in Eis und Schnee, das Ziel – zu Hause – so nah und fast unerreichbar. Fürchterlich inszeniertes „Wir-sind-ein-Team-Gehabe“ auf Firmenweihnachtsfeiern. Alles steif. Nicht gewachsen sondern gewollt. Einkaufswahn(sinn) überall. Sich abhetzende gestresste Menschen, die durch Matsch und Schnee eilen.

Weihnachtskrippe

Unsere über einhundert Jahre alte Weihnachtskrippe mit handgeschnitzten Figuren und dem Moos aus dem Wald.

Auf was freuen Sie sich jetzt besonders?

Auf meine Eltern, meine Schwester und mein Elternhaus. In jedem Jahr. In der gleichzeitigen Zerrissenheit, Weihnachten gerne auch einmal im eigenen Heim verbringen zu wollen. Aber: Im Zweifel sind es eben die Menschen, die dieses Fest besonders machen. Und es sind nicht die vier Wände, in denen es begangen wird.

Auf Eiskristalle, glasklare Luft, Raureif und Frost in den Bäumen. Auf all die Tierspuren im Schnee rund ums Haus. Auf Spaziergänge durch den Schnee, wenn diese fast unheimliche Stille in der Luft liegt. Diese Schwere, die sich gleichzeitig so unglaublich leicht anfühlt. Auf’s Backen. Auf die Düfte – Zimt, Mandarinen und Orangen, auf Zeit, an meiner Geschichte weiter schreiben zu können. Auf Tage, an denen wir eingeschneit sein werden. Und jeder Weg gut überlegt werden muss. Auf meine ganzen bunten Schals, die dicken Pullover, in die ich kriechen werde. Auf die vielen, vielen Vögel, die sich wiederum auf meine Körner freuen und die Terrasse, Bäume und Büsche bevölkern werden. Auf kitschige Filme, die ich mir nur zu dieser Jahreszeit ansehen will und werde. Auf Erbseneintopf. Sauerkraut mit Blutwurst. Und Bratäpfel. Auf ein Lagerfeuer im Schnee.

FeuerImSchnee

Lagerfeuer im Schnee (fotografiert mit dem Handy)

ReheImSchnee

Im Winter kommen die Rehe bis ans Haus, um das Efeu zu fressen…

Was nervt Sie jetzt mehr als im übrigen Jahr?

Meine Frisur. (Dem ist nichts hinzuzufügen – lacht)

SturmBaum

Wie gestalten Sie Ihren Garten, Ihr Haus oder Ihre Wohnung?

Ähm – gar nicht. Jedenfalls fast gar nicht. In meinem letzten Jahr in Berlin und damit in meinem „alten“ Leben habe ich einen riesigen Adventskranz für unser Büro binden lassen. Jede einzelne Kerze war fast 40 Zentimeter hoch und weinrot. Das Prachtstück kostete 400 Euro und zierte die „heiligen Hallen“. Eine türkisch stämmige Familie war damit beauftragt gewesen, die Büros zu putzen. Als ich nach dem 1. Adventswochende morgens ins Büro kam, lagen auf meinem Schreibtisch fein säuberlich sortiert die Schleifen, Kugeln und Kerzen. Vom Kranz keine Spur. Er habe nicht gewusst, sagte der junge Mann, dass das nicht – wie üblich – das wöchentliche Blumengesteck sei. Er kenne das nicht mit den Kränzen. Und – na ja – also der Rest vom Kranz liege unten im Container in der Tiefgarage. Wir haben dann gemeinsam und freestyle alle Einzelteile wieder zu einem Ganzen gebunden. Er und ich. Das war am Ende der schönste Weihnachtskranz, den ich je hatte. Und diese Kerzen – also sie brennen seither in jedem Jahr zwischen Fichten- und Tannenzweigen, ein paar Nüssen, Mandarinen und Äpfeln auf meinem Esstisch im Wohnzimmer. Und mehr „Deko“ habe ich nicht. In weihnachtliche Stimmung bringt mich der Blick nach draußen, der gefrorene Atem um die Nüstern meiner Ponys und der Schnee auf den Ästen der riesigen Fichte vor meinem Fenster.

Winter 2012

Welche Bücher lesen Sie jetzt oder haben sich vorgenommen zu lesen?

Auf dem Stapel liegen:
Cevdet und seine Söhne von Orhan Parmuk, ein Geschenk über das ich mich sehr gefreut habe.
Für immer Juli von Bernhard Blöchl, das ich gerne besprechen möchte für unsere Regionalzeitung.
Das Meer in deinem Namen von Patricia Koelle (der ich an dieser Stelle ganz herzlich zu ihrem riesigen Erfolg und Platz 1 der Kindle-Bestsellerliste gratuliere)
Unendlicher Spaß von David Foster Wallace, für den ich viel Ruhe und Zeit brauchen werde.
Lumix G – System Fotoschule von Frank Späth (damit ich endlich weiß, was ich da eigentlich tue)
2084 von Jostein Gaarder (weil ich Sophies Welt geliebt habe) und schließlich
Königsallee von Hans Pleschinski, das mir meine Schwiegermutter empfohlen hat.

Es gibt also viel tu tun, ähm zu lesen.

Schneekristalle_wachsen_am_Strauch

Und die Frage aller Fragen: Kaufen Sie jetzt schon Weihnachtsgeschenke ein?
Die Menschen, die ich zu beschenken habe, haben alles, was sie sich wünschen. Insofern ist das Schenken in jedem Jahr ein schwieriges Unterfangen und bedarf eher Eingebung und einer plötzlichen Inspiration, denn langfristiger Planung bzw. Überlegung. Also eher – nein.

Für die kalten Tage und gegen alle Rotznasen ein kleines, feines Rezept für Holunderpunsch:

Holundersaft
Orangenzesten
Zimtsange
ein paar Nelken
Ein Spritzer Zitronen- und Orangensaft
Zitronengras
Nach Geschmack Rum

Saft erhitzen (nicht kochen), Gewürze ziehen lassen. Punsch noch einmal erhitzen, mit Zucker oder Honig und Rum (muss nicht sein) abschmecken und heiß trinken. Jede Wette – das legt jedes Virus flach. Und außerdem schmeckts köstlich.

Holunderarrangement

30 Kommentare zu “Apfel, Nuss und Mandelkern ~ früher und heute… #apfelnussmandelkern

  1. Hab alles ausgelesen, bis auf das letzte Wort, mir alles angesehen und danke dir für das Stöckchen und die Bilder 😀
    Gerade jetzt, wo ich so wenig Zeit habe, selbst so oft im Strudel des Geschehens stecke, liebe und genieße ich den langsameren Takt, der vom Wolfsnest rüberweht kann für kurze Zeit abschalten und mit dir zusammen über die Wiesen streifen. Vielen Dank dafür.

  2. Ach Heike, was soll ich schreiben…stand schon im Schnee und sah den Rehen zu. Freue mich auf die stille Zeit, wenn ich deine Worte lese.
    Auch der Punsch klingt sehr lecker und wird sicher ausprobiert. ;o)

    Genieße die Weihnachten mit deinen Eltern. Du wirst sie irgendwann vermissen.

    Ganz besonders gefiel mir deine Erkenntnis zum Jahreswechsel. ;o)
    Nur…wo ist der Irish Setter abgeblieben?

    Liebe Grüße
    Lena

    • Guten Morgen 🙂
      Den Setter hab ich einer Polizeistreife anvertraut. Die wollten ihn erst nicht mitnehmen wg. der „Hygieneverordnung“. Ich hab dann vorgeschlagen, dass ich ihn selbst mit dem Auto ins Tierheim fahre und zuvor geschwärmt, wie lecker unser Rotwein zum Fondue war. Und dass ich die recht kurvige Strecke sicherlich recht beschwingt nehmen würde.
      Als ich am mich am nächsten Abend nach dem Kerlchen erkundigt hab, war es schon abgeholt worden 🙂 Dieses Silvester jedenfalls hat der Hund unvergesslich gemacht 🙂

  3. Ein schöner Beitrag zu einem Thema, mit dem wir uns immer schon auseinandergesetzt haben. Für uns ist Weihnachten ein Familienfest, an dem aber auch Freunde oder Nachbarn teilnehmen könnten: ohne Geschenke. Für uns ist das gemeinsame Essen, lange Gespräche führen oder auch mal ein Spiel, ein Spaziergang etwas Besonderes, da wir im Jahr nicht viel Zeit und Muße haben..

  4. Tolle Fotos, interessanter Artikel.
    Bevor ich mich in die letzten 30 Arbeitstage stürze in welchen wieder die Welt gerettet werden muss; die Inkas haben sich nämlich verrechnet, das Weltende steht für mein Empfinden in diesem Jahr an. Überraschender Weise könnte es aber am 01. Januar doch weitergehen? Man wird sehen, vielleicht…
    😉

  5. Interessante Fragen, die ich mir -wenn ich die Ruhe finde- selbst stellen werde. Weihnachten hat für mich durch den komerzialisierten Terror, der nun schon im September beginnt, viel an Zauber eingebüsst. Melancholisch denke ich an meine Kindheit, wo wir unsere Nasen am Glas der Wohnzimmertür platt drückten und es nicht erwarten konnten, endlich eingelassen zu werden. Dieses wundersame Gefühl kennen die Kinder von heute nicht mehr. Von all dem anderen – Karten- , Geschenkestress- sind wir lange abgekommen und werden immer entspannter. Danke für deine Gedanken und die hübschen Fotos.

    • Geht mir auch so, liebe Annette. Drum ist es hier bei uns auch anders.Mein Traum wärs ja, mit meiner Familie den Heiligabend mal in den Bergen, eingeschneit und in einer urigen Hütte zu verbringen. Wird wohl aber ein Traum bleiben, weil ja auch die urigen Hütten inzwischen kommerziellen Zielen unterliegen. Aber die Vorstellung allein, die gefällt mir auch schon 🙂

      • Diesen Traum konnten wir in unseren Walliser Wintern zig mal verwirklichen…du könntest dich ja bei uns über Weihnachten einmieten ;), sehr romantisch!

  6. *seufz* Wie soll ich jetzt in der heimeligen Stimmung weiter arbeiten? ;-). Mir fiel beim Lesen neben den vielen Stimmungen, die sich parallel überlagert haben, immer wieder das Wort Rauhnächte ein, diese besondere Zeit. Ich glaube, wir brauchen diese Zeit der Besinnung, des Rückzuges, der Sortierung. Und wie es sich wieder zeigt, wie wir als Kinder die Lichterzeit verbringen, prägt unser ganzes Leben. Mal wird es uns mehr, mal weniger bewußt.
    Danke fürs Teilen!

    • Das Wort mag ich auch, Wenke. Ich denke dabei an ein mittelalterliches Oberbayern, oder Allgäu oder Tirol. An Aberglaube, Schellenläuten in der Nacht, an den Sündenbock in den Ställen, an Ofenfeuer und eine geheimnisvolle Geschichte. Wenn das keine Inspiration ist … 🙂

  7. Tatsächlich! Noch ein Kopfüber-Baum… 🙂 Das ist ja schön! Da sollte man fast eine eigene Geschichte draus machen?! Oder Geschichten dazu sammeln?! Mir fällt spontan sogar noch eine ein: Der Baum, der verkehrt herum eingepflanzt wurde und trotzdem austrieb… 🙂
    Liebe Grüße einstweilen, Jörg

    • Auch eine Tanne oder Fichte? Und wer – wenn ja – kommt auf die Idee, einen Baum mit dem Kopf in der Erde zu verbuddeln? 😀
      Dass er/sie/es angewachsen ist und austrieb, find ich erstaunlich. Bei uns im Dorf war die auf den Kopf gestellte Weihnacht jedenfalls noch lange Gesprächsthema. Was aus dem Ferkel wurde, ist nicht überliefert 😀 Herzliche Grüße und viel Freude mit den Algen Jörg, Heike

      • Eine Linde! Die Schlosslinde der Augustusburg (nahe Chemnitz), gepflanzt 1421 unter Friedrich dem Streitbaren (Ich komme aus der Gegend…). 🙂 Es gibt eine Sage und die geht so:

        „Über einen Angeklagten, den man einen Mord zur Last legte, hatten die Richter den Schuldspruch gefällt. Obwohl er trotz peinlicher Befragung, d.h. trotz Folter, immer wieder seine Unschuld beteuerte, sollte er hingerichtet werden. In seiner Not riss er ein Lindenbäumchen aus und pflanzte es verkehrt in die Erde. Er sprach: „So wahr aus den Ästen Wurzeln und aus den Wurzeln Blätter sprießen, so wahr bin ich unschuldig.“ Doch die festgesetzte Frist verstrich, ohne dass sich an dem Lindenbäumchen etwas regte. Und so wurde der Tag der Hinrichtung festgelegt. Der Angeklagte wurde auf den Galgenberg geführt und sah voller Verzweiflung seinem schrecklichen Ende entgegen.

        Als ihm die Schlinge um den Hals gelegt wurde, sprengte plötzlich ein Reiter heran. Schon von weitem rief er: „Sie grünt, sie grünt!“ An den in die Luft ragende Wurzeln hatten sich die ersten Blätter gebildet. Dem Angeklagten wurden daraufhin das Leben und die Freiheit geschenkt.“
        Quelle: http://www.flickr.com/photos/temp/2800528803/

        Schönen Abend noch und liebe Grüße, Jörg

      • Die Schlosslinde der Augustusburg kenne ich auch . Außerdem gibt es dort an der Burg immer im Winter ein Biker Treffen. Die Hartgesottenen zelten dort, möglicherweise unter der Linde.

  8. Wunderschöne Gedanken und Bilder zum Jahresende … und ich nehme mir wiedermal vor (vermutlich erfolglos wie in jedem Jahr), es etwas ruhiger angehen zu lassen.

    Ich muss unbedingt mal wieder raus zum Fotografieren, wenn ich deine Bilder so sehe. Allerdings heißt das bei den Temperaturen jetzt, sich zwischen Mountainbike und Kamera entscheiden. Beides zusammen wird einfach nur kalt, weil auch die Winter-Bikesachen für Bewegung gedacht sind 😉 Dein Punsch sieht übrigens toll aus und schmeckt sicher auch so, was ich heute nochb testen werde 🙂

  9. Das musste ich bis zu ende lesen. Die Fotos sind wie immer mit dem Herzen und nicht durch die Kamera entstanden.
    Ich hänge sehr am Traditionellen. Ein bisschen Wehmut schwingt da mit, denn jetzt ist es ganz anders. Mir fehlt das Charakterwetter des Erzgebirges die Schneeverwehungen, der Geruch der Christstollen ( deshalb backe ich mir immer 3 Stück nach altem Rezept ). Möglicherweise idealisiert man diese Zeit, ist mir aber egal – das darf mir niemand nehmen.
    LG Angela

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