Verschenke Lichtblicke … #winterzeit

EiszapfenPS

Von einem Winter, der kein Winter war …

Es ist so eisig kalt, dass die Atemluft in der Nase und auf der Oberlippe gefriert. Aus der Luftfeuchtigkeit bilden sich winzige Eiskristalle in den Haaren. Die Haut fühlt sich glatt und ein wenig wie unter lokaler Betäubung an, wenn man sachte mit den Fingerspitzen darüber streicht. Sie fühlen sich ebenso taub und wie aus weiter Ferne an. Auch in den Maschen von Mütze, Schal und Handschuhen bilden sich Eiskristalle. Sie glitzern im Sonnenlicht. Die Korona der Sonne leuchtet weich und von mattem, fahlem und kühllichtigem Glanz. Wie erstarrt wirkt die Natur. Schockgefroren. Der Frost hat sie fest in seinem unnachgiebigen Griff. Kiesel und größere Steine im Flussbett der Isar sehen aus, als habe ihnen ein äußert begabter Glasbläser eine dicke, zweite Haut verpasst. Dort, wo das Wasser in Bewegung ist, bilden sich Stalagmiten und Stalagtiten aus weißem, bizarr geformtem Eis.
An wenigen Tagen kann man von Ambach über den Starnberger See nach Seeshaupt übers Eis laufen. Der Eibsee am Fuß der Zugspitze hat sich in eine geschlossene und tragende Eisfläche verwandelt. Manchmal knirscht es unter den Füßen, aber die unzähligen Spuren von Tieren und Menschen geben ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen darin, dass so viele andere nicht irren können. Ein unbeschreibliches Gefühl, wissentlich festen Boden zu verlassen und buchstäblich über Wasser zu gehen. Auch wenn der Verstand sagt: Es ist gefroren, es geschieht dir nichts – es ist und es bleibt Wasser.

EisblockPS

Das Licht spielt mit dem Eis …

PelleEisPS

Pelle on the Rocks.

Und es ist still. Der wunderbare weiße und zentimeterdicke Schnee, der sich wie eine Decke über die Landschaft schmiegt, er schluckt den Schall. Eine matte, eine merkwürdige, eine melancholische – eine wunderschöne und beruhigende Stille liegt über allem. Jedes Wort ist in Schnee gebettet. So gelangt es an das eigene Ohr. So verlässt es den eigenen Mund.

Straßen und Wege, vielbegangene Pfade – von alledem ist nichts zu sehen. Wo fängt der Weg an? Wo hört er auf? Schritt für Schritt, Spur für Spur entstehen neue Bahnen. Zwei breite und parallel verlaufende Linien gehören den Langläufern. Immer wieder kreuzen Tierspuren. Rehe, Füchse, Wildschweine und Hasen lassen sich vom Schnee nicht irritieren – ihre Wege gelten, im Winter wie im Sommer. Eine unsichtbare Hand stupst Äste an und im Gegenlicht rieselt glitzerndes Wasser durch die Kronen ins vor Kälte erhitzte Gesicht.

VogelspurPS

Der Fasanenhahn war da …

Vielleicht weil ich diesen Winter kenne, vielleicht weil ich Winter – wie hier beschrieben – erleben durfte, fällt es mir so schwer mit dem, was dieser zu bieten hat und hatte.
Seit Wochen bewegen sich die Temperaturen um die Nullgradgrenze herum. Doch heftiger Wind und feuchte Luft sorgen dafür, dass es sich stets deutlich kälter, ja unangenehm kalt anfühlt. Diese Kälte dringt durch die Kleidung und kriecht unter die Haut. Drei, vier Tage Morgenfrost – vier, fünf Sonnentage. Und eine hauchzarte Schneeschicht, die sich genau für die Dauer eines einzigen Tages hatte halten können. Dazwischen Regen, Sturm – das Wetter hat Wiesen und Weiden in einzige Matsch- und Modderlandschaft verwandelt, die mich erinnert an die Photos aus dem 1. Weltkrieg, wo Granattrichter die Wälder in eine schwarze Ödnis verwandelten.

SchafeImKohlfeldPS

Schafe im Kohlacker …

So sehr wie in diesem Jahr hab ich mich noch nie auf den Frühling gefreut. Und doch hoffe ich im Stillen, dass wir noch ein paar richtige Wintertage erleben dürfen. Ich würde mich sehr freuen über diese wunderbaren Lichtverhältnisse, wie sie nur der Winter zaubert. Auf die Stille, wie beschrieben. Auf Rehe, die nah am Haus vom Efeu naschen. Auf knackig kalte Nächte und Schnee. Das würde meinen der Agonie nahen Energiehaushalt in Schwung bringen. Die inzwischen fast knapp vier Wochen währende Grippe vergessen lassen. Und mich die vielen schlechten Nachrichten und Stimmungen der letzten Wochen leichter nehmen lassen.

Einstweilen behelfe ich mir mit Vitaminen in Hülle & Fülle und den schönen Momenten, die selbst dieser Winter zu bieten hatte. Einige davon möchte ich hier verschenken.

Lichtblicke

ObstsalatPS

Vitamine pur – für meine grippekranke Mama und für Scratchmo-Kratzi
Weg mit der Erkältung und gute Besserung
1 Ananas
1 Banane
2 Sharon-Früchte
1 Mango
1 Orange
Früchte schälen, in kleine Stifte schneiden,
1 Löffel Traubenzucker mit Vitamin C und
einen Schuss Holunderblütensirup dazugeben,
mit einem Spritzer Zitrone abschmecken,
kühl stellen und ein wenig ziehen lassen.
Guten Appetit.

BirkenHimmelPS

Birkenhimmel
für meinen Freund Sebastian
der nach kurzer und lebensbedrohlicher Erkrankung auf dem Weg der Genesung ist.
Und für Ronnie und ihren Papa.

RosenPinkJanuar

Winterrosen
für meinen Vater, der im Januar 75 Jahre alt wurde.
Auch wenn ich nicht kommen konnte, ich war bei euch.

FederPS

Federleichte
für Kirsten.
Sie weiß, warum.

SchneeglockeKnospePS

Das erste Leben im Garten in diesem Jahr
für Annette
und für alle anderen, die das Frühjahr ebenso herbeisehnen.

AmselkugelPS

Federvieh
für alle Freunde der Winterfütterung.

Nach neuen Erkenntnissen soll man auch und gerade im Sommer zufüttern.
Wer hätte das gedacht?

Eiskristall 2PS

Eisblumen
für alle, die sich doch noch einen Winter wünschen.

NordseeSkylineWindräder

Himmelsweite
für alle, denen er dieser Tage auf den Kopf fallen mag – der Himmel.

Wattlandschaft

Stillstand
für alle, die ihn zu schätzen wissen.

BäumeSonnenunterPS

Abendstimmung
für meine Schwester und ihr „morgen“ …

AbendhimmelJanuarOrange

Und zuletzt diesen grandiosen Himmel,
wie ihn eben nur der Winter kann …

15 Kommentare zu “Verschenke Lichtblicke … #winterzeit

  1. Vielen Dank du Liebe! ❤ Den Obstsalat hätte ich jetzt gerne auf der Stelle schon geschnippelt und gekühlt 🙂 Mein Körper giert geradezu nach Früchten, ich stopfe derzeit täglich kiloweise in mich hinein. Hoffentlich geht es dir endlich wieder besser. Und heute hatte ich einen dicken fetten Umschlag im Briefkasten, der rappelt so schön … jawoll. Die Sämereien sind da und mit ihnen die Hoffnung auf Frühling. Den Winter brauche ich jetzt auch nicht mehr. Basta. Naja, wir hatten hier immerhin ein paar Tage, die man so nennen konnte.

  2. Hallo Sonnenschein, wie schön, dass du wieder da bist!!!!! War zuerst etwas verwirrt wegen Isar und so, aber ich verstehe deinen Widerwillen betr. norddeutschem Winter. Englische Kälte nennen wir das, gibt’s hier manchmal, aber zum Glück nicht oft. Schade, bist du so weit weg, sonst könntest du vorbeikommen und mit mir im Garten ein Tässchen Tee trinken, den Krokussen in den bunten Schlund schauen, die Cyclamen bewundern, duftende Blüten beschnuppern…auch bei uns war’s in letzter Zeit nass, aber der Frühling liegt in der Luft! Ich zwitschere schon den ganzen Tag mit den Vögelein. Pass auf dich auf 🙂 PS: Wir haben auch einmal im Sommer Vögel gefüttert, aber schnell damit aufgehört, als wir die Meisen dabei beobachteten, wie sie die Körner ins Nest trugen (Faulpelze!)!

    • Moin moin liebe Annette, blüht es bei euch schon? Wie schön. Davon ist hier noch lange, lange nichts zu sehen. Die Schneeglöckchen zeigen zwar die Köpfchen, aber das war es auch schon. Immerhin scheint die Sonne und alleine dieser Umstand zaubert schon Freude ins Gemüt. In meinem Wirtschaftsraum steht ein Karton von Herrn Gewiehs und das seit Oktober letzten Jahres. Ich habe es nicht geschafft, die Zwiebeln zu setzen. Da werde ich jetzt deinen Rat brauchen und dir eine Mail schreiben 🙂

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