„So ist das Leben“, sagte der Clown. Und malte sich mit Tränen in den Augen ein strahlendes Lächeln ins Gesicht.

Ich mag Katzen nicht. Ich mag nicht ihr gespreiztes Geziere, ihr schleicherisches Gehabe, ihr prätentiöses Sich-Verweigern. Ich mag nicht ihre sattsame Gier, ihre zur Schau gestellte Trägheit. Ihr lustvoll spielerisches Morden. Ihre blutigen Rivalitäten. Ihre gemahnende Leichtigkeit. Und am wenigsten ihre launischen Lieben.

Ich mag keine Katzen. Und doch gibt es da eine, die hat mein Herz im Schleichgang erobert.

Bless- und Teichhühner, Ratten und Mäuse, Bisam und Spatzen – sein Speiseplan war erlesen, sein Jagdglück groß. Auf der Strecke blieb etliches und am Ende ein Eckzahn.
Grinst der etwa? Verächtlich.
Nein! Er lacht. Lächelt. Er macht Faxen. in vier weißen Strümpfen und mit silbernem Blick.

Kater Jim.

Gierig. Geschmeidig. Verfressen. Anhänglich. Durch nichts zu erschüttern. Unermüdlich in seinen Interessen. Penetrant. Ein Charmeur. Ein Filou. Hallodri.
Ein Kaschper. Ein Clown.

Ich mag Katzen nicht. Ich mag nicht ihr gespreiztes Geziere, ihr schleicherisches Gehabe, ihr prätentiöses Sich-Verweigern. Ich mag nicht ihre sattsame Gier, ihre zur Schau gestellte Trägheit. Ihr lustvoll spielerisches Morden. Ihre blutigen Rivalitäten. Ihre gemahnende Leichtigkeit. Und am wenigsten ihre launischen Lieben.

Langbeinig. Großmäulig. Dickfellig.

Was für ein beschissener Moment. Ja zu sagen. Oder nein. Zu entscheiden – ein Tier soll leben. Zu entscheiden – ein Tier darf gehn.
In einem Augenblick größtmöglicher Sachlichkeit größtmögliche Qual.

Ich mag Katzen nicht. Ich mag nicht ihr gespreiztes Geziere, ihr schleicherisches Gehabe, ihr prätentiöses Sich-Verweigern. Ich mag nicht ihre sattsame Gier, ihre zur Schau gestellte Trägheit. Ihr lustvoll spielerisches Morden. Ihre blutigen Rivalitäten. Ihre gemahnende Leichtigkeit. Und am wenigsten ihre launischen Lieben.
Diesen Clown hab ich geliebt.

[Im Herbst letzten Jahres wird bei Kater Sam Leukose diagnostiziert.
„Das endet tödlich“, sagt der Tierarzt.
„Wie das Leben selbst“, denke ich.
Sam kommt zurück. Und bleibt uns.
In der letzten Woche wird der Bauch von Kater Jim ganz dick.
Wir machen Witze. Erst. Wer so verfressen ist, der muss damit leben.
Dann wird es ernst. Und das ganz schnell.
Eine Zyste um die Niere. Urin im Bauch. Ein großer Tumor am Darm.
Genau ein Tag zwischen Diagnose und Tod.
Kater Jim geht. Kater Sam bleibt.]

„So ist das Leben“, sagte der Clown.
Und malte sich mit Tränen in den Augen ein strahlendes Lächeln ins Gesicht.

Tschüss Jimmy.

JimmyMItKameraHFPS

S. kauft für Jimmy eine Kamera. Als gehöre sie zu ihm, so marschiert er damit durchs Gras.

 

My beautiful picture

Der Kater auf Safari – alle 5 Sekunden schießt die Kamera um seinen Hals ein Bild. Wir sortieren 2000 Aufnahmen. Ausnahmslos liegt der Jäger im Gras und knipst den Himmel.

 

 

JimmylanggemachtQFPS

 

TeichhuhnTotQFPS

 

JimmyGähntHFPS

 

JimmyMitBisamHFPS

 

JimmyZeigtTungeAufQFPS

 

JimmyAufDerBank

 

TriptichonJimmyPenntQFPS

 

JimmySzenebelästigt

 

JimmyImHahnenfußQFPS

 

Jimmy002 (1)

 

Jimmy (1)

 

Jimmy (2)

 

JimmyliegtaufBrückeQFPS

 

PhloxGeschlossenHFPS

 

 

 

 

 

7 Kommentare zu “„So ist das Leben“, sagte der Clown. Und malte sich mit Tränen in den Augen ein strahlendes Lächeln ins Gesicht.

  1. Sitze mit Tränen in den Augen da. Ich kannte Jim nicht, ich kenne Dich nicht.
    Kenne aber so eine Situation, die Notwendigkeit, mit einer Entscheidung „Gott“ spielen zu müssen.
    Du hast Jimmy eine wunderschöne Liebeserklärung geschrieben.
    Ich schicke Dir einfach einen tröstenden Gruß.

  2. Was für ein Nachruf für Kater Jim, er würde es mit Vergnügen lesen. Mir fällt es immer schwer, meine Tiere los zulassen und diese verdammte Entscheidung zu treffen. Das wird auch nicht leichter, wenn ich es bei den vielen Tieren, die mit uns leben, schon öfters machen musste. lg Marlies

  3. Liebe Heike,
    was für ein trauriger Anlass für Deinen traurig-schönen, wunderbaren Nachruf auf Deinen Kater. Mich hat es an den Tod unserer vorigen Hündin Polly erinnert, was für eine Trauer, was für eine Leere da war, und welche Ohnmacht vorher, eben weil man eine Entscheidung treffen muss, die im Grunde nur falsch sein kann, weil man eben nicht Gott ist (an dessen Existenz ich dazu auch noch grosse Zweifel habe).
    Was Dein Text am Ende einfach schön sagt ist: Er war da und er war ganz wunderbar, ein Clown ein Kaschper (wie schön, das mal wieder zu ‚hören’…) – und egal, ob Hund , Katze oder Ente, wenn man das Geschöpf ist es ganz egal.
    Und sooo schöne Fotos – ach ja: geniale Idee mit der Katerkamera!
    Liebe Grüsse, Kai

  4. Trost gibt es hier nicht, aber ich fühle mit dir, liebe Heike. Ich tröste mich immer damit, dass ich eines Tages all unseren geliebten Tieren wieder begegnen werde…auf einer bunten Blumenwiese über den Wolken (tjaja, die Atheisten…) liege ich dann mit unseren Ziegen, Pferden, Katzen, Hunden, Hühnern und wir sind einmal wirklich entspannt, denn da ist nichts mehr, was uns treibt und plagt.

  5. Ein bewegender Nachruf.
    Zweimal mussten wir eine Samtpfote gehen lassen. Es ist „nur“ ein Tier und trotzdem…
    Tolle Bilder, schöne Erinnerungen und das Wissen (!), er hatte ein gute Zeit bei euch.

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