Augustenlust – Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille. #prosa #gedicht #sommer2014

Augustenlust
Vielleicht hat man zu dem Monat, in dem man geboren wurde, eine ganz besondere Beziehung? Vielleicht aber ist der August auch einfach einer der schönsten Monate des Jahres? So und so auch liebe ich diese Jahreszeit. Reife Früchte an den Bäumen, Zucker und Saft, von der Sonne gemacht. Am Morgen die ersten Nebel über dem Land, am Abend auch – die Hasen kochen Suppe – so sagt man das bei uns. Die Kreuzspinnen weben die ersten Netze. Im Wald duftet es nach Pilzen, nach Reife, nach Überfluss. Nach Leben. Und nach Fäulnis. Nach dem Kreislauf des Lebens.

Gerste, Weizen – das Korn ist heuer schon geerntet. So schön war er noch nie, der Sommer im Norden. Nie ist ein großes Wort ~ nie, seit ich hier lebe. Und das sind bald schon 10 Jahre.

August – der Sommer auf seinem Zenit und im Ausblick schon der Herbst mit all seinen Farben, der Ernte, den Düften, dem Überschwang an Natur.

Viel schöner aber als ich das kann, hat Erich Kästner dem August ein literarisches Denkmal gesetzt.

Der August

Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.
Wer sät, muss mähen.
Und wer mäht, muss säen.
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.

Stockrosen stehen hinterm Zaun
in ihren alten, brüchigseidnen Trachten.
Die Sonnenblumen, üppig, blond und braun,
mit Schleiern vorm Gesicht, schaun aus wie Frau’n,
die eine Reise in die Hauptstadt machten.

Wann reisten sie? Bei Tage kaum.
Stets leuchteten sie golden am Stakete.
Wann reisten sie? Vielleicht im Traum?
Nachts, als der Duft vom Lindenbaum
an ihnen abschiedssüß vorüberwehte?

In Büchern liest man groß und breit,
selbst das Unendliche sei nicht unendlich.
Man dreht und wendet Raum und Zeit.
Man ist gescheiter als gescheit, –
das Unverständliche bleibt unverständlich.

Ein Erntewagen schwankt durchs Feld.
Im Garten riecht’s nach Minze und Kamille.
Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille.
Wie klein ist heut die ganze Welt!
Wie groß und grenzenlos ist die Idylle …

Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.
Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.“

Erich Kästner

 

SchneckeAnHalmBernsteinHFPS

Bernstein – sie sieht nicht nur so aus, sie heißt auch so ~ Bernsteinschnecke

 

BasilikumBlühtHFPS

Das rote Basilikum blüht

 

DänenmargeriteStempelQFPS

Im Herzen einer „Dänen-Margerite“

 

IndianernesselVorGiftGrünQFPS

Der Hippie unter den Blüten ~ die Indianernessel …

 

KreuzspinnenkindJuli2014

Sie weben ihre Netze ~ der Spinnennachwuchs leuchtet im Abendlicht

 

RotNeuOhneNamenBokehHFPS

 

GerstenfeldVorHimmelQFPS

 

KuhMit2GesichternQFPS

Kein Photoshop – kein Trick – keine Täuschung ~ das Rindvieh hat tatsächlich eine schwarze und eine braune Gesichtshälfte …

 

TörtchenFertigAufTischHFPS

 

StörcheAufDemDachNAHHFPSPS

Sie sitzen in Vaale bei Wacken auf dem Dach, kommen seit vielen Jahren schon und ziehen dort ihren Nachwuchs groß …

 

BienenweideCosmeaARTHFPS

 

BalkonHolzstapelHFPS

 

SpinnennetzMitWasserQFPS

 

SonnenblumenhimmelQFPS

 

BruschettaQFPS

Bei hochsommerlichen Temperaturen schmeckt die Bruschetta wunderbar.

 

AbendhimmelAugustQFPS

 

AckerwitwenblumeContestHFPS

 

BienenweideAbendhimmelQFPS

 

BienenweideHummelStecktMitKopfInBlüteHFPS

 

BienenweideNABUHFPS

 

DahlieGelbLilaHFPS

 

RitterspornViolettHFPS

 

LaufentenHeuballenHFPS

 

ZwiebelnAnDerWandHFPS

 

HummelFrontalEhrenpreisHFPS

 

SonnenhutOrangeMitHummelnHFPS

 

ZinnieMitKrönchenHFPS

 

HortensiePauromoloQFPS

 

GartenblickJuli2014

 

TeichSonneAMAbendQFPS

 

HeurundballenQFPS

 

SonnenuntergangZwischenBirkenQFPS

 

 

 

 

19 Kommentare zu “Augustenlust – Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille. #prosa #gedicht #sommer2014

    • #hach – ich sollte öfter und beizeiten all die lieben Kommentare im Blog lesen. Mit dem deinen wirds grad wurscht, dass das Wetter mistig ist und die Woche mit Arbeit beginnt ❤

    • Vielen lieben Dank! Dabei ist Ruhe etwas, das ich nie und nirgends finde. Vielleicht fotografiere ich deshalb so gerne, weil es mich zwingt, wenigstens mal die Hände für Sekunden stillzuhalten 🙂

  1. Liebe Heike,
    der August ist auch für ich ein ganz besonderer und (meistens) der schönste Monat des Jahres. Alles steht noch in voller Blüte, aber das Ende des Sommers ist doch überall in kleinen Zeichen schon sichtbar. An der Stelle in unserem Garten, wo wir unser kleine India am 29.Juli leider begraben mussten, sieht man jeden morgen so klitzekleine Spinnenweben in der frischen Erde und jeden Morgen erzählt mir immer wieder, dass nichts unendlich ist. Über den Tod unserer India kann ich im Moment noch nichts schreiben, wir trauern noch ganz furchtbar (Menschen, die nicht mit Tieren leben begegnen unserer Trauer häufig mt diesem höchst pragmatischen Unverständnis, der dann alles andere als ein Trost ist) und es ist da so eine riesen Lücke entstanden, die wir erstmal akzeptieren lernen müssen.
    Aber um auf den August zurück zu kommen: klar ist das der schönste Monat, allein schon, weil bei uns im Laufe des Monats die ganze Familie Geburtstag hat… aber im Ernst, ich finde, das Gedicht von Erich Kästner – wie schön, dass Du es hier zitierst – sagt eigentlich alles aus über diesen Monat, der so mittendrin und doch auch wieder am Rand steht. Besonders berühret mich die letzet Strophe:

    Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.
    Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
    ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.
    Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!
    Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.”

    In diesem Sinne von mir liebe Grüsse
    Kai

    P.S.: alle Bilder sind wunderschön, aber am wunderschönsten finde ich doch die im Blütenkelch verschwindende Hummel

    • Ochjö, in all dem medialen Online-Wirrwarr lese ich erst jetzt richtig, dass euch India fehlt. Das tut mir sehr leid 😦 Da heben wir nun beide ein Plätzchen im Garten, das die Geschichte eines Lebens erzählt. Jedes Mal, wenn man daran vorübergeht. Bei Menschen kann ich die Vorstellung des Begrabenseins schwer aushalten. Da bin ich Wikinger und wüsste die Lieben am besten auf einem Schiff, mit Met und Waffen, Pferd und Speck. Segelnd nach Walhalla. Bei einem Tier finde ich es tröstlich, dass es dorthin zurückkehrt, von wo es gelebt hat. Der Kater war ein Jäger, nichts war vor ihm sicher. Nun gibt er etwas davon zurück. Komisch, oder, dass die Vorstellungen da so weit auseinandergehen. Wobei: India und Kater Jim auf einem Wikingerboot im Nebel der Ewigkeit, auch eine schöne Vorstellung, oder? ❤

      • Was für uns dabei wichtig war: dass wir einen Ort hat für all die schönen Erinnerungen. Das ist bei Menschen tatsächlich etwas anders. Und die Idee mit dem Wikingerschiff für die Menschen hat was, aber da könnte ich mir unsere Indi und Kater Jim auch drauf vorstellen. Met und Speck wären auf jeden Fall gut, Pferd ist auch ok, mit Waffen hatte sie es nicht so, aber der Nebel der Ewigkeit, ich bin sicher, da sind sie beides drin.
        Liebe Grüsse
        Kai

  2. Die Herbststimmung ist heuer früh spürbar…bin etwas melancholisch, obwohl jede Zeit ihren Zauber hat. Man muss ihn nur erspüren und leben – eine Eigenschaft, die vielen abhanden gekommen ist. Deine Bilder sind wunderbar und haben meine Seele zum Lächeln gebracht. Einen schönen Restsommer wünsche ich euch 🙂

    • Hallo liebe Annette, ich suche gerade nach meinem Pilzberater aus dem letzten Jahr. 12 Grad messen wir heute und es ist stürmisch draußen. Das ging fix, vom Sommer in den herbst. Aber ich bin guter Dinge und überzeugt, dass es noch einmal richtig warm und schön wird. Mit all den Stunden Sonnenschein war das speziell hier oben im Norden einfach nur ein ganz wunderbarer Sommer bisher. Noch nie haben es meine beiden Hibiskus-Büsche geschafft, zu blühen. Diesmal schon. Und sogar die Tomaten wurden reif, ganz ohne Gewächshaus. Ich bin dankbar. Auch für Worte wie die von dir ❤

    • Einen wunderschönen guten Morgen und vielen lieben Dank, ich mache gerne mit und hoffe, dass ich mir ein bisschen Zeit lassen darf. Im Augenblick hab ich mal wieder mehr Ideen und Pläne als Hände und Zeit 🙂 Aber ich freu mich sehr, unter den Liebsten zu sein ❤

  3. Stockrosen in alten, brüchigseidnen Trachten… was für eine bildhafte wunderschöne Sprache ! – wem das einfällt, der guckt genauer hin.
    Die Zeit des Fotografierens sehe ich auch als Zeit des Innehaltens auch wenn ich sonst eher ruhelos bin.
    Ich wünsche dir ein schönes, neues Lebensjahr und freue mich auf alle weiteren Texte und Bilder.
    ❤ Angela

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