Am Ort der Sehnsucht. Geerdet. Und mit Wünschen für die, die es nicht sein dürfen.

Neulich – beim Korrekturlesen – war auf der Kirchenseite der Zeitung von einem „Ort der Sehnsucht“ die Rede. Und von einem Ort, an dem sich der Mensch selbst nahe sein kann. Einem Ort, den wir Menschen brauchen, um Zufriedenheit zu erlangen.

Auf eine Art – fand ich – ist das ein Widerspruch. Denn ein Ort der Sehnsucht – das ist für mich ein Ort, der in der Ferne liegt. Wohin ich mich wünsche, wohin meine Träume fliegen, ein Ort, der vielleicht sogar unerreichbar bleibt.
Vom jetzigen Standpunkt aus betrachtet.

Und dann fiel mir ein, dass man diesen „Ort der Sehnsucht“ doch genauso gut auch als etwas betrachten kann, wohin man immer wollte. An dem man längst angekommen ist, ohne sich dessen vielleicht so wirklich bewusst zu sein.
Wenn dieser „Ort der Sehnsucht“ der ist, an dem man sich nahe ist, wie sonst nirgendwo, dann habe ich ihn gefunden.
Mein Wolfsnest erdet mich. Es gibt mir Sicherheit und Geborgenheit. Und nicht selten auch Glück.

Jeden Tag machen sich in diesen Zeiten überall auf der Welt hunderte Menschen auf den Weg in ein besseres Leben. Viele von ihnen müssen vielleicht sogar genau den Ort verlassen, von dem ich hier schreibe – ihren Ort der Sehnsucht, an dem sie sich nahe sind. Sie retten damit ihr Leben, ihre Zukunft, die ihrer Kinder. Sie brechen auf in etwas, mit dem sie nicht mehr verbindet als Hoffnung und der Glaube an die eigene Kraft.
Auch wenn ihr Aufbruch nicht unbedingt bedeuten muss, große materielle Werte (in unserem Sinne) hinter sich zu lassen, so muss ihr Verlust doch riesig sein.

Das Bewusstsein dafür wünsche ich uns allen.
Auch und gerade denen, die aus Frust über das Versäumte, das Verpasste, das Missratene in ihrem eigenen Leben voller Hass und Ablehnung gegen die sind, die gar nichts mehr haben außer ihrem Leben – gegen die Flüchtlinge auf dieser Welt.

Mein Ort der Sehnsucht
fotografiert im August 2015

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7 Kommentare zu “Am Ort der Sehnsucht. Geerdet. Und mit Wünschen für die, die es nicht sein dürfen.

  1. Endlich sieht man mal etwas mehr von eurem Nest – ich verstehe, dass du dich dort geborgen fühlst. Es ist wunderschön! Das Glück trägt man in sich selbst, und ich bin jeden Tag dankbar, dass ich so privilegiert bin, es leben zu dürfen.

  2. Hallo,
    dieser Text drückt so viel aus und müsste viel öfter gelesen werden.
    Nur, in dieser Aufmachung ist das glaub ich für viele nichts, was sie teilen würden. Was ich grundsätzlich schade finde. Magst du das eventuell nochmal überarbeitet posten?
    Liebe Grüße
    Andrea

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