Leben für die Landwirtschaft – 13 Jungs und ein Kalender

Bildschirmfoto 2015-10-11 um 17.03.11

Ein Klick auf das Kalenderblatt führt zur Übersicht der Monatsbilder. Alle Kerle – alle Maschinen – alle auf einem Bild.

Im Oktober endete mit diesem großen Gruppenbild ein tolles Foto-Projekt, das mich fast das ganze Jahr hindurch begleitet hat.

Sie würden gerne einen Kalender machen, „Jungs ut de Wilstermasch“ soll er heißen und die Söhne von den Höfen der Landwirte aus der Wilstermarsch zeigen.
Kein Schnickschnack soll es ein, sondern so, wie die Jungs selbst:
Lässig, locker, ohne viel Tamtam – mitten rein in den Arbeitstag auf dem Land.
So oder ähnlich sprach Imke Strüven mich Ende 2014 an.

Die Strüvens leben an der Au, bewirtschaften einen großen Hof, leben von der Milch und vom Vieh, und auch davon, neue Wege zu gehen.
Imke lädt Kinder ein auf ihren Hof. Sie feiert mit ihnen Geburtstage im Stall, zwischen Heu auf dem Dachboden, spielerischem Erleben und kleinen Lesestunden. Einmal im Jahr gibts auf dem Erlebnisbauernhof Strüven ein großes Hoffest, zu Erntedank versammelt sich aus der Region, wer von Hand und mit viel Liebe Selbstgemachtes herstellt.
Man macht sich Gedanken über die Zukunft, über die Milchpreise, über „immer weiter, immer größer, immer voran!“. Und auch darüber, wie man Schritt halten kann in einem Wirtschaftszweig, der fast so alt ist wie die Menschheit selbst und bei dem am Ende der Wettbewerb die Kleinen frisst und die Großen überleben lässt.

Über das Leben der Bauern dürften sich zwei feste Ansichten im Bewusstsein vieler verankert haben:
Die eine ist idealisiert, romantisch und so kitschig wie die Welt, in der wir gerne leben würden. Sie hatte zu keiner Zeit viel gemein mit dem realen Leben der Landwirte, aber es war schön, mit dieser Vorstellung von der heilen Welt auf dem Land zu leben.
Die andere verdammt den Landwirt und macht ihn zum Feindbild auf den Straßen, in seinen Ställen und im Bewusstsein vieler Tier- und Umweltschützer.
Ich mache mir mein Bild immer gerne selbst, zum Beispiel auch bei Gelegenheiten wie dieser, wenn ich Einblicke nehmen darf in eine Welt, die ich bislang nur von außen kannte.

All das wissend, stellt sich umso mehr die Frage, was junge Menschen (an-)treibt, genau diesen Beruf zu wählen, sich dafür zu entscheiden, auch Landwirt werden zu wollen – so, wie der Vater, und davor dessen Vater und die Väter davor. Reihenweise Verordnungen, ein bürokratischer Hürdenlauf, den Betrieb gesteuert vom PC aus, das Einkommen von der Wetter- und Weltmarktlage bestimmt und in schlechten Jahren auch von der Gunst der Banken – wer Bauer wird, der ist von vielem abhängig. Und irgendwie doch auch frei, sein eigener Herr. Herr über Hof, Land und Tiere. Und vielleicht liegt genau darin die Motivation?

Die 13 Jungs, die mit ihren Maschinen, auf die sie stolz sind, und mit ihren Tieren, die sie wertschätzen und oft genug auch wirklich noch beim Namen kennen, für den Kalender Modell standen – sie eint tatsächlich die Überzeugung, nirgendwo besser aufgehoben zu sein, als im Stall, auf der Weide, dem Acker, dem Feld.

Ich habe viel gelernt in diesem Jahr. Zum Beispiel auch, wie schön es sein kann, in und für und mit der Familie zu arbeiten. Jeder kennt seinen Platz im Leben. Jeder hat seine Aufgabe. Alle helfen Hand in Hand. Die Höfe haben nicht selten drei und sogar vier Generationen zu versorgen – da sind die Jungen, die das Werk der Älteren und der Alten weiterführen und für die Zukunft arbeiten, für das Morgen, von dem keiner weiß, was es bringen wird. Ich habe einmal mehr erfahren, wie das Wetter das Leben steuert. Wie die Ernte vom Regen abhängt. Und dass und wie man sich freut, wenn der Lohn der Arbeit eingefahren wird – Silo, Mais, Rüben und vieles mehr.

Ich war auf vielen Höfen Gast, ich habe riesige Maschinen bestaunt, mich von großen, luftigen Ställen überzeugt – ich war draußen auf dem Land und hab mich überzeugen dürfen von der Überzeugungskraft, mit der Landwirt wird, wer Landwirt wird.

Ganz herzlichen Dank an Imke Strüven, die das alles organisiert und koordiniert hat und die bei fast jedem Termin dabei war.
Ganz herzlichen Dank an Marten Looft, Fabian (Shorty) Thämlitz, Oke und Finn Strüven, Sven Peters, Helge Widderich, Helge Heeckt, Max Yannek Krey, Dennis Scharre, Thorge Peters, Mirko Prüß, Tom Prüß und Niklas Reese, die mit ihren Bildern zeigen wollen, dass sie mit Freude, aus Überzeugung und mit Leidenschaft ihre Berufe ausüben.

Den Kalender haben die Jungs in erster Linie für sich selbst gewollt. Aber: Man kann ihn auch käuflich erwerben. Er kostet 29,99 Euro zzgl. Verpackung und Versand (5 Euro). 1 Euro pro Kalender geht an einen guten Zweck.
Bestellung bitte einfach per E-Mail an heikepohl@yahoo.de

Der Kalender liegt zum Verkauf auch aus bei der Buchhandlung Bunge in Wilster.

(Jahreskalender DIN A3, 13 Seiten, Farbdruck auf 220 Gramm-Papier, Fotos und Layout: Heike Pohl)

Finn erklärt der Moderatorin von Radio Schleswig-Holstein im Interview, worum es geht.

Bauernkalender SHZ

… und auch der SHZ-Verlag, Wilstersche Zeitung, war so nett, über uns zu schreiben.

 

klein Strüven Familie QF-1510776

Drei Generationen – ein Bild. Großvater Strüven, Vater Strüven, Finn & Oke Strüven.

Coffee to go-1530891

Auf dem Hof ist jede Menge los – alle fahren Silo, preschen übers Feld, wie ferngesteuert und die Sonne lacht vom Himmel. Imke hat Kaffee und Kuchen bereit gestellt. Wer feiert, der kann auch arbeiten. Und wer arbeitet, der darf auch Pause machen.

klein Heeckt Helge QF-1600956

Helge hat Bombenwetter bestellt und seine Schwester Jana mit an Bord. Die hat bald so viele Shootings im Kasten, wie Heidi Klum. Ihr Erotikkalender fetzt und geht übern Tisch, wie warme Semmeln. Bloß die Dessous – dafür waren die Jungs denn doch zu groß.

klein Krey_1010143

Memo an mich selbst: Beim nächsten Kuhschuting unbedingt aufs Schuhwerk achten. Erst blieb der eine im Schlamm, dann der andre stecken. Und am Ende wurden es dann dennoch super schöne Bilder. Max Yannek und seine Herde im Anmarsch.

klein Strüven Finn Trecker Rauch QF-1510797

Finn holt seinen Fendt aus dem Stall. Für den dicken Rauch sorgt Sönke, der kann Rauchzeichen und auch Retusche.

klein Kühe im Portrait-1530874

Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe. Sagt jedenfalls Marten und der muss es wissen. Dazu gleich mehr …

klein Thaemitz Fabian QF-2

Fabian, auch Shorty genannt, hat’s faustdick hinter den Ohren. Allerdings kann er auch anders. So wie hier – staatstragend, wenn man so will.

klein Prüß Tom HF-1000632

Tom ist Schäfer. Das allerdings hat die Schafe von Strüvens kaum bis gar nicht beeindruckt. Als wir endlich eins in der Wolle hatten, standen plötzlich alle im Schatten. So ist das eben, wenn Tiere im Spiel sind. dass sie ihren eigenen Kopf haben, macht es spannend.

klein Peters Sven QF-1530902

Bei Strüvens wird Silo gefahren. Das ist Maßarbeit, auch für Sven, der auch hier sicher im „Sattel“ hockt.

Fun

Das liebe Vieh und die liebe Müh – Schafe sind halt auch nur Schafe.

Finn Resi-1510666

Finn und seine Resi aus Bayern – keine Ahnung, wer da den Dialekt von wem erst lernt?

Heeckt Helge-1610023

Jana und Helge – ein echtes Gutelaunebild.

Krey Max Yannek-1010283

Kathi und Max Yannek – beide sind ein Paar, beide studieren und beide lieben Viecher. Dafür hielt sogar die 33 still, obwohl die, sagt Max Yannek, sonst auch mal ganz gern aus der Reihe tanzt.

Heeckt Helge FUN HF-1600982

Helge heckt was aus.

Krey Paar-1010213

Motiv – Wetter – Laune – alles passt.

Peters Sven HF NB-1000826

Bilderbuchbild mit Sven

Kuh-1010214

Sie sind wachsam. Sie sind neugierig. Sie sind vorsichtig. Sie sind schön. Und im Sommer sind die draußen – auf riesigen Weiden, bei Tag und bei Nacht.

Thaemitz Fabian FUn QF-1510742

„Planlos geht der Plan los“ – ob er sein Motto in die Tat umsetzt? Mit guter Laune und ’ner großen Portion Witz jedenfalls läuft eh alles nach Plan, oder?

Peters Sven-1000796

Gute Laune, ein launiges Roß, einen Apfelgarten und einen Hund, der mitdenkt – mehr brauchte es nicht für den Aufritt von Sven.

klein Peters Tjorge HF-1530920

Thorge muss gegen die Sohne anstrahlen. Das gelingt ihm auch perfekt, oder?

Strüven Oke und Finn QF-2

Eigentlich wollte Oke nicht so recht. Dass er doch mitgemacht hat, hat uns alle gefreut. Auch seinen Bruder Finn. Eins von den Bildern, zu denen man eigentlich nicht viel sagen muss, oder?

klein Widderich Helge QF-1630222

Als würde er täglich vor der Kamera stehen – cool, cooler, Helge.

klein Scharre Dennis HF-1000513

Schokoladenseiten – wohin das Auge schaut. Auch mit Dennis gabs einiges zu lachen. Wenn er nicht auf dem Trecker hockt, ist er unterwegs im Dienst der Marine.

klein Reese Niklas QF-1000469

Niklas kann man mieten. Er ist selbstständig und Lohnunternehmer. Zur Erntezeit buchen die Landwirte Männer wie ihn und sein Team.

klein Prüß Mirko QF-1530958

Auch Mirko hilft mit beim Silofahren.

klein Looft Marten QF-1510374

Neapel. Wenn eine Kuh Neapel heißt, dann ist Vorsicht geboten. Da kann Marten zehnmal sagen, dass die nix macht. Es heißt ja nicht umsonst: Neapel sehen und sterben.

Kuh-1000831

Ähnlich sahen meine Schuhe auch aus, nach dem Weidegang.

Imke-1010972

Imke schließt Freundschaft.

Kühe-1010320

Kuhschuting.

Ziege-1000563

Lotte lacht. Grund genug hat sie ja, als Mitglied im Streichelzoo von Imke.

Lamm-1310719

Lammfromm. Neben hunderten Rindern weiden unzählige Schafe in der Marsch.

Gruppenbild-1010400

Man munkelt, sie seien vor dem großen Finalfoto noch einmal in der Waschstraße gewesen. Ja, so munkelt man in der Marsch.

Strüven Truppe-1010411

Danke euch allen und auch denen, die auf dem Foto fehlen. Es hat Spaß gemacht, euch kennenzulernen. Das war ein tolles Projekt, dafür Danke!

 

 

 

 

 

 

Ein Kommentar zu “Leben für die Landwirtschaft – 13 Jungs und ein Kalender

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