Ja, ich geb mir sehr viel Müh, mit dem lieben Federvieh. #Federvieh

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Riesen-Brahma-Hahn – imposante Tiere, deren guter Wille förmlich zu spüren ist, dafür dankt die Fotografin herzlich.

Es muss bei einem meiner vielen Besuche in der Arche Warder im Landkreis Eckernförde/Neumünster passiert sein, dass ich mein Herz fürs Gefiederte und Federleichte entdeckt habe. Mit der Kamera in der Hocke, Auge in Auge mit den riesigen Brahma-Hähnen, deren Füße archaische Waffen sind und deren Statur ohne Weiteres mit der eines Kleinkindes mithalten kann, kam mir der Gedanke, wie es wäre, wenn … ich selbst welche hätte?

In Warder laufen die Giganten unter den Hühnervögeln, es laufen aber auch die kleinsten, zwergfüßigsten, hühnerfüßigsten Helden – unglaublich hübsche, schillernd befiederte Mini-Gladiatoren, die ihre Weiberschar mit Heldenmut bis hin zur Selbstaufgabe verteidigen. Sich Kamera und Fotografin tuckernd, glucksend und energisch scharrend nähernd und mit jeder kleinen Federspitze zum Ausdruck bringend, dass mit ihnen im Ernstfall sehr zu rechnen ist.

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Sehr schickes Design – die Hühnerdamen der Rasse Brahma

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Plüschbombe.

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Henne und Hahn bei den Federfüßigen Zwerghühnern – meinen kleinen Helden unter den gefiederten Freunden

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Neugierig, interessiert, aufmerksam und alles andere, als blöd – das Hühnertier

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Schillernd im Sonnenlicht – sie sollen stolz, freundlich sein und recht zahm werden – die Brahmas

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Mutig, mutig – denkt sich der kleine Zwergfuß, als er mich kniend im Gras erwischt

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Federn, wie ein prächtiger mittelalterlicher Kragen

Mit den Hühnern längst vergangener Tage – in Warder werden alte Nutztierrassen gezüchtet – laufen Enten in den schönsten Formen und Farben zusammen mit meinen größten Freunden unter den Federviechern, den Gänsen. Ihr Mut und ihre Furchtlosigkeit sind in Anbetracht ihrer Größe und der Art ihrer „Bewaffnung“ tatsächlich überaus erstaunlich. Mit langgestreckten Hälsen, hochergereckten Schnäbeln und eindeutig drohender Tonlage rücken sie an, oft auch in Formation, und nur der kleine Staketenzaun aus Holz trennt mich von der Gans und meinem sicheren Ende. Oder drohen sie nur? Sie legen die Köpfe schräg, die blauen Augen funkeln und jede Bewegung wird lautstark kommentiert.

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Der Muskel zuckt im Fluchtreflex – wenn die Gänse drohend anmarschieren

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Auge in Auge mit der Pommergans.

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Eine Schwanengans macht Faxen.

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Eine prächtige Pommergans.

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Lippegänse in Aktion.

Ich aber rede unentwegt auf sie ein, erzähle ihnen von zuhause und dass ich sie doch tatsächlich am liebsten mitnähme, wäre da nicht der Friede im Wolfsnest mehr als in Gefahr.
Pfaue, Hühner, Perlhühner, Enten, Gänse – alle sind sie scheu, bleiben auf Distanz, geraten mitunter in Angst und Schrecken, werden hysterisch bis panisch und wirken – in der Gruppe wahrgenommen – einfältig bis blöd. Weit gefehlt, denke ich so oft, wenn sie mich neugierig mustern und mir derart unerschrocken entgegentreten.

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Sehr spezielle Vertreterin der Gattung Federvieh – das Perlhuhn. Hier: Auf der Flucht.

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Ihre unnachahmlichen Rufe hallen weithin über das Gelände – die Pfaue stolzieren und sind sich ihrer Schönheit offensichtlich bewusst.

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Perlhuhn-Powwow

So also (oder ähnlich) muss es geschehen sein, dass die Gefiederten und ich Freundschaft schlossen. Diese Liebe zum Federvieh fasste sachte Fuß mit Pelle, der Laufente, die in meinem Stall geschlüpft war und die ersten Wochen ihre Lebens in einem Regenfass in meinem Büro verbrachte. (In Eis gegossen und tragisch verstorben im Winter 2016.) Hinzukamen Paule, mein braver Erpel, und Lina, seine neue Dame. Aus über 20 Enteneiern schlüpften im März 7 Küken, eines von ihnen schlief gleich wieder ein.

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Paule und Lina haben jede Tag Freigang. Abends kommen sie hungrig nachhause und schlafen unter Dach und Fach und in Sicherheit in ihrem Gehege.

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Aus mehr als 20 Eiern schlüpfen nach langen, langen 30 Tagen 7 Küken – die Entendamen sind ein Wunder an Ausdauer und Geduld.

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Not amused – kommt man ihr und ihren Kleinen zu nahe, faucht die gute Lina wie ein wütendes Reptil.

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Tick, Trick und Track – die Herberts, wie sie bei uns heißen, haben bald schon ein neues Zuhause – sie kommen zu Imke auf den Hof, direkt an der Au, wo sie das schönste Entenbad haben, das man sich denken kann.

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Im Hühnerstall in Schwedenrot tuckern und picken Hanni und Nanni (Zwergaustralorps) nach Körnen und legen (fast) jeden Tag ein Ei. Und aus dem Brutkasten schlüpften vor wenigen Tagen 10 kleine Hühnerküken der Rassen Orpington, Riesen-Brahma, Federfüßige Zwerghühner, Holländer Weißhauben und andere. Die kleine Bande hockt nun unter Rotlicht in einem kleinen Stall im Hausflur und übt sich darin, groß zu werden. 10 kleine Federkugeln flitzen durchs Heu, tschilpen Frühlingslieder, und üben sich in einer recht merkwürdigen Taktik darin, der Stärkere zu sein. Die Küken nehmen Anlauf und werfen sich regelrecht drauf auf ihre Kollegen. Dann ist das empörte Geschrei groß, alles aufgeregt und in Bewegung und – als hätte jemand den Schalter umgelegt – fallen von einer Sekunde zur anderen die Augen zu und die Federbälle in sich zusammen. Erschöpfend muss es sein – das Kükenleben.

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Der neue Hühnerstall braucht einen Anstrich und wetterfeste Farbe.

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Schwedenrot – die Eierklappe lässt sich leicht öffnen und wenn ich lieb war, schenken mir Hanni und Nanni jeweils ein Ei.

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Hanni und Nanni fuhren gemeinsam mit Ziege Heike von Neumünster gen Westen – bevor sie ihre Eier legen, kündigen sie das lautstark an.

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Auf der Hühnerleiter in den kuscheligen Stall – Hanni (oder Nanni?) fühlt sich recht wohl.

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Das üben wir noch – die ersten Eier, eins davon ging zu Bruch.

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Der Inkubator – 20 Eier – 21 Tage – pro Tag drei- bis viermal die Eier drehen, Luftfeuchtigkeit und Temperatur müssen stimmen und mit Glück und Chance schlüpfen dann schließlich die Küken.

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Zwischen Küken Nr. 1 und Küken Nr. 10 liegt fast ein ganzer Tag – vor Anstrengung sitzen die kleinen Federkugeln erschöpft auf dem Draht und fallen immer wieder in Sekundenschlaf. Erst, wenn auch der letzte kleine Federball trocken ist, darf der Deckel des Brutgerätes geöffnet werden. Und dann wird das neue Zuhause bezogen.

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Schlafen – fressen – wachsen – zanken – trinken – schlafen – wachsen – zanken – zanken – fressen – schlafen – unter Rotlicht verbringen die Küken ihre erste Lebenszeit.

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Die unterschiedlichen Rassen sind sofort zu erkennen.

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Rechts im Bild – Prince(ss) – der Kleinste von allen und mit großer Gewissheit ein Federfüßiges Zwergenhuhn.

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Vom ersten Tag an sind die befiederten Beinchen zu erkennen – es ist das größte unter den Küken, das zutraulichste und es wird – ich weiß es schon jetzt – mein Lieblingshuhn(hahn) – das Riesen-Brahma-Kind.

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Der Größte unter den Kleinen – Pilgrim, das Riesen-Brahma-Kind.

 

„Mancher gibt sich viele Müh‘
Mit dem lieben Federvieh;
Einesteils der Eier wegen,
Welche diese Vögel legen;
Zweitens: Weil man dann und wann
Einen Braten essen kann;
Drittens aber nimmt man auch
Ihre Federn zum Gebrauch
In die Kissen und die Pfühle,
Denn man liegt nicht gerne kühle.“
(W. Busch)

 

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Die Liebe zum Federvieh – Paule und Pelle haben den Anfang gemacht…

 

 

5 Kommentare zu “Ja, ich geb mir sehr viel Müh, mit dem lieben Federvieh. #Federvieh

  1. Das ist ja ein toller Erfolg, bin ein wenig neidisch auf so viel Federglück, aber naja, Enten sind leider nicht mehr drin, zumindest keine zahmen. Cooler Hühnerstall, die Farbe wirkt bestimmt eierfördernd 🙂

  2. Die Fotos sind einfach, – nein außerordentlich, kaum zu beschreiben PHANTASTISCH !!!
    Gänse haben wir periodisch, 😦 ( in Nachbars Gehege ) immer wieder Neue .
    Es gelingt uns nie, keine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Wir unterhalten uns prächtig. Aber es gab auch sehr traurige Momente. Brüten verlief erfolglos und ein Partner starb. Neue kleine Gänschen kamen dazu und das war am Anfang kein bisschen harmonisch. Sie wurden nicht angenommen und verjagt und Federn rausgerupft. Erst als die Kleinen groß und selbstbewußt waren, wurde daraus eine schöne Gruppe.
    https://allesgewollt.wordpress.com/2015/05/22/ich-liebe-den-mai/

    Naja und gegen Weihnachten schnürt es uns zu.
    Liebe Grüße

  3. Pingback: Blogbummel April 2016 – buchpost

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