2020 – das ist ein Jahr, das mir gleich aus vielen unterschiedlichen Gründen unter die Haut geht. Corona und Corona-Leugner. Flüchtlingskrise. Trump.
Die Nachrichten aus aller Welt geben wenig bis gar keinen Anlass zur Freude.
Und davon bleibt auch das Glück auf dem Land nicht unberührt.

Ich nenne das meinen „persönlichen Spagat“, mein „Weltenwandeln“, meine Überzeugung, die Augen nicht vor der Realität zu verschließen, mir gleichzeitig aber immer auch all der guten Dinge, allen Glücks und aller Freuden, die für mich möglich sind, bewusst zu bleiben.

Man kann sich das – um ein sehr plakatives Beispiel zu nennen – in etwa so vorstellen:
Im einen Augenblick bearbeite ich Garten- und Landschaftsaufnahmen in Lightroom oder buddle in den Beeten und freu mich über alles, was blüht, und im nächsten Moment spreche ich mit einem jungen Menschen über seine Schussverletzungen, die ihn ein Leben lang an die schlimmsten Minuten seines Daseins erinnern werden.
Das ist ein sehr krasses und sehr klares Beispiel von vielen für das Spannungsfeld, in dem sich meine Gedanken bewegen. Für meine Gratwanderung, mich nicht in meine Idylle zu flüchten, um am Elend da draußen nicht zu verzweifeln.

Nun ist auf einer griechischen Insel, die einmal ein Urlaubsparadies war, ein Internierungslager für Menschen abgebrannt. Viele von ihnen leben schon jahrelang im Lager Moria. Sie wissen nicht, was mit ihnen geschehen wird. Sie können weder vor, noch können sie zurück.

Es braucht gar nicht viel Fantasie, und eigentlich auch gar nicht viel Empathie, sich vorzustellen, wie sich ein Leben dort anfühlen muss. Ein Mensch bricht alle Zelte ab, um aus wichtigen Gründen eine bessere Zukunft für sich und die Seinen zu suchen. In seinem Wunsch, das neue Leben zu beginnen, bremst man ihn jäh aus. Und anstelle der Aussicht auf eine gute Zukunft sieht er sich zurückgeworfen auf jahrelangen Stillstand. Auf Stillstand und Verharren unter Lebensbedingungen, die von uns kaum einer ertragen würde.

Während ich einkaufen gehe, uns etwas Leckeres koche, Bücher lese, im Garten arbeite, ausschlafe, Geld verdiene, mich mit Freunden treffe, einen Film ansehe, ein Bad genieße, Wäsche wasche, mein Haus auf Vordermann halte, mich um meine Tiere kümmere, während ich all dem nachgehen kann, was (m)ein Menschenleben lebenswert macht, sitzen dort Menschen auf Müll. Zwischen Ratten, Läusen, der Krätze. Bedroht vom Feuer. Von Faschisten. Und von der Untätigkeit der EU.
Gehasst. Diskriminiert. Unentwegt abgewertet. Verloren. Verlassen. Als Fanal für alle anderen: Bleibt bloß dort, wo ihr seid.

Während ich Glück finde in kleinen Dingen, im Spiel der Katzen, oder wenn morgens meine Hühner aus dem Stall flattern, oder wenn ich die Stimmen meiner Familie am Telefon habe, wenn eine Tomate reif wird, die Gräser blühen, ich über Feldwege durch Schleswig-Holstein fahre, ist der Alltag anderer bestimmt von existenziellen Fragen. Und von einem Umfeld, von einer Umgebung, für die es mir an Vorstellungskraft fehlt.

Und ich frage mich jeden Tag:
Woher nehmen die Menschen dort ihre Kraft? Wie schaffen sie es, nicht zu verzweifeln? Wie können sie das noch ertragen, was so absolut unerträglich ist?
Und ich glaube, ein Teil der Antwort auf diese Frage liegt in ihrer Hoffnung, die sie auf uns Europäerinnen und Europäer setzen. Und darauf, dass wir human handeln und human denken und fühlen.
Ich glaube, sie trauen uns einfach nicht zu, dass wir sie sehenden Auges im Stich lassen werden.

Meinen heutigen Blog-Beitrag, auf dem ich euch zu einem Spaziergang in’s Arboretum Ellerhoop einlade, habe ich für uns alle verfasst, die wir zur Hoffnung der Hoffnungslosen geworden sind. Die alten Bäume und die Schönheit der Natur sollen Kraft schenken und Energie.

Unter den vielen möglichen Empfängern für Spenden habe ich mich für den Hamburger Hilfskonvoi entschieden. Ich verfolge die unermüdliche Arbeit der Organisation schon lange und bin dankbar dafür.

Betterplace:
https://www.gut-fuer-hamburg.de/projects/72917

Oder schneller und direkter:

Westwind Hamburg e.V.
Konto-Nr. 2030528200
IBAN DE54 4306 0967 2030 5282 00
BIC: GENODEM1GLS
Stichwort: Hamburger Hilfskonvoi

#LeaveNoOneBehind
#KatastrophenhilfeLesbos

Eine Übersicht weiterer Spendenmöglichkeiten, die allesamt schnelle Hilfe garantieren und Tipps aus meinem großen Netzwerk sind, findet ihr auf meinem Facebook-Account. Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit und gern auch für eure Unterstützung.

Wohin spenden?

Der Link-Button führt auf mein Facebook-Profil.


Die Aufnahmen zeigen das Arboretum Ellerhoop bei Hamburg Anfang September. Die Lotusblüte ist in vollem Gange, Sommer und Herbst blühen um die Wette und über allem stehen zu jeder Tages- und Jahreszeit die wunderbaren Bäume der Anlage. 

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