Dahlialove

2021 geht als merkwürdigstes Gartenjahr in meine bisherige persönliche Garten-Historie ein. Bis heute – Stand September – habe ich es aus unterschiedlichen Gründen nicht geschafft, eins meiner Hauptbeete von Quecke und Co. zu befreien. Was zur Folge hat, dass leider einige Stauden es erst gar nicht ans Tageslicht geschafft haben. Dieses ewige schlechte Gewissen beim Anblick der zugewucherten Schönheiten hat mir tatsächlich ziemlich die Laune vermiest. Quecke und vor allem aber der schlingende, schlängelnde Gundermann haben mich sprichwörtlich im Würgegriff und ich weiß, dass ich da an anderer Stelle ansetzen und eben umplanen und umgestalten muss, sodass mir das nicht noch einmal so geht. Neues Jahr also – neues Gartenglück. Ideen hab ich schon mehr als genug.

Echte Freude kam während der Rosenblüte auf. Wirklich alle Sorten (es sind über 50 Rosen) haben wunderbar geblüht. Die historischen Rosen ganz besonders. Und bei den anderen Sorten kam mir kurz vor der ersten Blüte ein Reh in die Quere, das mit Genuss die Knospen gemampft und Kahlschlag hinterlassen hat.
Wie heißt es doch so schön: Wer einen Garten hat, der lernt zu teilen.
Übrigens auch mit den Schnecken, von denen wir in diesem regenreichen Sommer so viele haben, dass man ohne den Boden zu berühren am Stück einmal durch den Garten spazieren kann. (Kleiner Scherz, aber die schiere Masse und auch die Größe der Viecher sind echt eklig. Sodass ich mir geschworen habe, nach Einbruch der Dämmerung nicht mehr durch den Garten zu gehen, um das Elend nicht sehen zu müssen.) Andererseits haben sich so die Pflanzen-Sorten durchgesetzt, die den Viechern den Appetit verderben, was speziell bei meinen geliebten Hosta gar nicht so einfach ist. Die haben doch schwer gelitten, nachdem sie sich im Frühjahr so prächtig entwickeln konnten.
Die verflixten Schnecken schleimen sogar die Bäume hoch, um sich von dort oben in meine Petunienampeln zu stürzen, wo sie ebenfalls Kahlfraß anrichten.

Und ausgerechnet in diesem Jahr komme ich auch noch an mit Dahlien, von denen man ja weiß, dass speziell die noch jungen Pflanzen auf die Schleimbatzen wirken, wie das Licht auf die Motten. Also haben wir uns einfallen lassen:

Um knapp 30 Quadratmeter Beet haben wir eine ca. 15 cm tiefe Rinne gegraben. In ihr wurde der strombewehrte Schneckenzaun versenkt. Um den äusseren Rand haben wir einen Ring/ein Band aus Rasenkante gesetzt, damit das nachwachsenden Gras nicht ständig den Stromkreis unterbricht. Das Patent wirkt tatsächlich Wunder. Anfangs musste ich die im Beet befindlichen Schnecken absammeln, die sich im Winter dort aufgehalten hatten. Und seit der Auspflanzung der Dahlien Anfang Juni ist Schicht im Schacht mit den Viechern. Nicht eine einzige Schnecke hat es über den kleinen „Zaun“ geschafft. Berühren sie mit ihren Körpern beide Litzen, kriegen sie eins auf die Fühler gezwiebelt und ziehen sich wieder zurück. Die Schneckenabwehr wird betrieben mit einer 12-Volt-Batterie, ab und an prüfen wir, ob sie noch geladen ist. Und täglich, dass kein Gras und kein Kraut gegen die Litzen wächst.

Und das Dahlienbeet ist ein echter Traum. Und mein ganz großes Gartenglück in diesem Jahr. Ein täglicher Quell der Freude. In Farben, Formen, Hülle und Fülle. Jeden Abend gehe ich mit einem kleinen Korb durch die Reihen, schneide die Blüten raus, die anfangen, zu vergehen, und stecke sie zu Kränzen, Gebinden, setze sie in kleine Vasen, die auf dem Schreibtisch und am Küchenfenster Platz finden und freue mich an diesem Blütenglück.
So sehr, dass ich für’s nächste Jahr schon die Erweiterung in Planung und heute ca. 50 weitere Pflanzen bei Köstritzer Dahlien bestellt habe. Die Knollen kommen dann wieder im nächsten Frühjahr bei mir an. ich ziehe sie in Töpfen im kleinen Gewächshaus vor und – ganz ehrlich – freu mich heut schon wie Bolle auf’s nächste Jahr und die erste schöne Dahlienblüte.

Seht einfach selbst…

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