Er war mutig, waghalsig und engagiert. Kein Draufgänger, aber auch kein Feigling. Er war schön, moosgrün, samtbraun, orangerot und silbergrau. Und im Gegensatz zu seinen Damen stets ruhig, besonnen und vorausschauend. Aufrecht und ein Erpel, wie er im Buche steht. Dabei zahm, zutraulich und unverwechselbar – mein Hinkebein mit dem langen Hals, der Engelsgeduld und …

Reif und schwer plumpsen Kastanien von den Bäumen und prallen ins Gras. Eicheln, Bucheckern, Eschen- und Ahornsamen, Äpfel und Birnen – viele Früchte, Samen und Nüsse sind jetzt reif und säumen Straßen und Wege. Holunder, Schlehen, Sanddorn, Hagebutten, Eberesche – oft hat sich das Laub längst verabschiedet, und noch immer leuchten überreife Beeren im Geäst …

Es muss bei einem meiner vielen Besuche in der Arche Warder im Landkreis Eckernförde/Neumünster passiert sein, dass ich mein Herz fürs Gefiederte und Federleichte entdeckt habe. Mit der Kamera in der Hocke, Auge in Auge mit den riesigen Brahma-Hähnen, deren Füße archaische Waffen sind und deren Statur ohne Weiteres mit der eines Kleinkindes mithalten kann, …

Am Tag, als du aus deinem Ei geschlüpft bist, bin ich – vor Freude total aus dem Häuschen – übel auf die Nase gefallen. Du warst keine Wunschente, nein – vielmehr ein Zufallsgeschöpf, heimlich im Stall abgelegt, einsam gebrütet und von deiner Mutter gegen alle Welt verteidigt. Auch gegen mich. Deinen Bruder hat sich noch …

Ei? Und dann Ente? Oder doch erst Ente und dann Ei? Eindeutig – zuerst war das Ei. Jedenfalls bei uns im Schuppen, da hatte es gelegen. Vor etwas mehr als zwei Jahren. Und dann war da gleich noch ein Ei und am Ende erst kam die Ente und setzte sich darauf. So hab ich es …

Augustenlust Vielleicht hat man zu dem Monat, in dem man geboren wurde, eine ganz besondere Beziehung? Vielleicht aber ist der August auch einfach einer der schönsten Monate des Jahres? So und so auch liebe ich diese Jahreszeit. Reife Früchte an den Bäumen, Zucker und Saft, von der Sonne gemacht. Am Morgen die ersten Nebel über …

Den Garten anderer, fremder Menschen zu übernehmen – damit tritt man eine Erbschaft an, die viele Überraschungen birgt. So geschehen im Wolfsnest, das seinem Namen bei Übernahme wirklich alle Ehre machte. Verwuchert. Verwunschen. Verwachsen. Haus und Land waren fünf lange Jahre von Menschenhand unbehelligt geblieben. Im Schuppen hatten sich die Marder eingenistet. Im Haus die …